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Dynamos schießen nicht mit Platzpatronen

Sachsen. Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt

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Thomas Schmidt

Thomas Schmidt

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Die Null muss stehen. Diese Fußball-Weisheit kennt natürlich auch Markus Anfang. Doch der Dynamo-Trainer ist nun mal ein Verfechter des Offensiv-Fußballs. Nach dem Motto: Ein 4:3 ist attraktiver und macht mehr Spaß als ein 1:0. Mit dieser Taktik ging allerdings in den ersten Drittliga-Wochen nicht viel. Zu oft wurden die offensiv ein- und aufgestellten und fast immer favorisierten Schwarz-Gelben ausgekontert oder standen hinten wacklig.

In Aue gab’s die Wende: Defensiv-Fußball zum Wegschauen und kurz vor Schluss ein Lucky Punch – und drin war der 1:0-Sieg. Dass die drei Punkte aus einer Partie Not gegen Elend stammen, danach fragte schon drei Tage später kein Mensch mehr. Nun folgte gegen die zugegebenermaßen ziemlich zahnlosen und zudem rot-geschwächten BVB-Bubis ein Mix aus allem: Die stabile Defensive stand erneut über allem und vorn gab’s trotzdem Attraktivität. Ebenfalls bemerkenswert: Den Toren zum 3:0 gingen Standards voraus. Die waren in der Abstiegs- und zu Beginn dieser Saison eine Dynamo-Waffe mit Platzpatronen. Plötzlich schießen die Dresdner scharf und klopfen nach zwei Siegen in Folge oben an in der Tabelle. Da kann man sich endlich wieder freuen aufs nächste Spiel und muss keine Angst vor Horror-Fußball haben. Das letzte Duell bei den Duisburger Zebras gewann Dynamo übrigens im Herbst vor zwei Jahren 3:0 – und stieg nach der Saison auf.

Eine Etage höher wollen auch die Handballer des HC Elbflorenz. Nicht zwingend in dieser Saison, aber dennoch zeitnah. Der Start in die aktuelle Spielzeit ist mit den Siegen im Pokal und in der 2. Bundesliga geglückt. Es war zwar nicht alles Gold, was glänzte, aber danach fragt – wie nach dem Dynamo-Sieg in Aue – bald keiner mehr.


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