Thomas Schmidt/ck

Anfang der Anfang einer neuen Trainer-Ära?

Sachsen. Die WochenKurier-Kolumne von Thomas Schmidt
Thomas Schmidt

Thomas Schmidt

Bild: Privat

Mir fiel dieser Tage eine Dynamo-Beilage einer Zeitung anlässlich des 50. Geburtstages in die Hände. Eine Überschrift lautete: 27 Trainer in 50 Jahren. Im Text wurde kritisch festgestellt: Bis zur Wende waren es gerade einmal 14 und in dem vergleichsweise kurzen Zeitraum danach fast genausoviele. Doch mit dem Wissen von heute hätte der Autor gelobt: Nur 27 in 50 Jahren. Denn 2023 werden die Schwarz-Gelben von der Nummer 50 der Trainerliste seit 1953 betreut. Also wurden seit besagter Geburtstags-Ausgabe von 2003 noch einmal satte 23 Übungsleiter verpflichtet. Bleibt es bei dieser Tendenz, hieße die Überschrift 2043: 100 Trainer in 90 Jahren.

Immer wieder hoffen sowohl Verantwortliche als auch Fans: Diesmal haben wir eine langfristige Lösung gefunden. Doch wird der Rekord von Meister-Trainer Walter Fritzsch von neun Spielzeiten je übertroffen? Die viereinhalb Jahre von Christoph Franke Anfang der 2000er fühlen sich aus heutiger Sicht an wie eine halbe Ewigkeit. Auch die drei Saisons von Uwe Neuhaus in der jüngeren Vergangenheit sind beachtlich.

Das Hauptproblem in den letzten 20 Jahren: Aufstiegstrainer hatten eine Klasse höher nie ein langes Dasein auf der Dynamo-Bank. Ralf Loose, Neuhaus, Alexander Schmidt – die Aufstiegs-Euphorie war schnell verflogen, wenige Misserfolge eine Etage höher reichten für eine Entlassung. Gehen wir mal davon aus, Dynamo steigt mit Markus Anfang auf: Wie lange behält die Dynamo-Führung die Nerven, wenn es in der 2. Bundesliga nicht so läuft? In Bremen und Freiburg ging man mit einem Trainer durch mehrere Täler, um immer wieder Berge zu erklimmen. Es wäre schön, wenn Anfang der Anfang einer länger anhaltenden Ära wäre.


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