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Interessant, was uns mal verband

Dresden. Zugegeben, die Überschrift ist geklaut. Sie findet sich auf einem Flyer des Fernmeldemuseums Dresden. Der Verein, der es betreibt, feiert 2019 sein 20-jähriges Bestehen.

Edelmetall-Motor-Drehwähler-System? Fernschreiber? Mutteruhr? Wechselstromtelegrafie-Systeme? Handvermittlungseinrichtungen? Rheinlandkabel? Begriffe aus einer anderen Welt, die lange vor i- und Smartphones existierte, lange bevor das Kunstwort »Handy« eingedeutscht wurde.

Wer in diese Welt eintauchen will, muss unbedingt ins Fernmeldemuseum Dresden gehen, zu finden an der Hertha-Lindner-Straße nahe der Postmeilensäule. Hier wird die Geschichte des Fernmeldewesens erzählt, hier finden sich alte Telefone, Münzfernsprecher, elektromechanische Vermittlungstechnik und die eingangs genannten Gerätschaften. Herzstück des 1999 eröffneten Museums ist der rund 200 qm große Technische Betriebsraum in Form eines früheren Wählersaales. Was zugegeben sehr technisch klingt, auch sehr technisch aussieht und ganz bestimmt mehr Männer- als Damenherzen höher schlagen lässt. »Stimmt«, sagt Thomas Kubein, seit Jahresbeginn neuer Sprecher des Vereins »IG Historische Fernmeldetechnik, »trotzdem finden fast genauso viele Frauen wie Männer in unser Museum.« Der Großteil der gezeigten Modelle sei allerdings »nicht selbsterklärend«, wie der Experte zugibt. »Dafür kann sehr viel ausprobiert werden.« Weshalb bei den monatlichen Öffnungstagen auch stets viele Vereinsmitglieder – einstige Fernmeldetechniker und Ingenieure – im Einsatz sind.

Wir suchen technikbegeisterte junge Leute

Die IG Historische Fernmeldetechnik hat derzeit 85 Mitglieder. Im nächsten Jahr wird der Verein sein 20-jähriges Gründungsjubiläum feiern. Inzwischen besuchen jedes Jahr rund 1.200 Neugierige das Museum. »Das Interesse an dieser alten Technik ist wirklich groß«, freut sich Thomas Kubein.

Trotzdem sucht der Verein händeringend Nachwuchs. Denn mit seinen 43 Jahren gilt Kubein fast als Küken unter den alten Hasen aus der Zeit von Vermittlungsknoten und Wählscheiben. Das Problem: Diese Art Fernmeldetechnik wird längst nicht mehr gelehrt, um aber die alten Apparaturen am Leben zu erhalten, braucht es neben dem Wissen darum auch technisches Verständnis und handwerkliches Geschick. »Irgendwann sind die ehemaligen Fernmeldetechniker nicht mehr da, die all das hier verstehen und bedienen können«, sagt Kubein.

Jeden ersten Samstag im Monat öffnet die IG Historische Fernmeldetechnik daher ihr Museum. Wer in diese Welt eintauchen will, sollte rund zwei Stunden Zeit mitbringen.

Fernmeldemuseum Dresden

* Geöffnet: jeden ersten Samstag im Monat 10 bis 15 Uhr

* Eintritt: 2,50 € Erwachsene, bis 18 Jahre frei, Kinder unter 14 nur in Begleitung eines Erwachsenen

* Einzeltermine: 30. Juni Museumsnacht von 18 bis 1 Uhr, 9. September Tag des offenen Denkmals von 10 bis 15 Uhr 

* Sonderführungen mit Voranmeldung möglich 0351/482 06 80, verein@ighft.de, www.fernmeldemuseum-dresden.de

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