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Eric Fish zeigt Licht und Schatten

Bautzen. Dem Projekt "Schattenseiten LEBEN" geben mehrere Künstler eine Seele. Einer von ihnen ist Eric Fish, Sänger der Band "SUBWAY TO SALLY", vielseitiger Musiker und seit zwei Jahren auch Maler. Er erzählt, was ihn bewegt.

Eric, wie kam deine Be­teiligung am Projekt "Schattenseiten LEBEN" zustande?

Der Anstoß kam von Ute Näser, die in ihren Bildern die Schattenseite des Le­bens verarbeitet und fand, dass viele meiner Lieder, respektive meiner Bilder, zu diesem Themenkreis gehören. Ich finde das Projekt sehr gut und war sofort bereit mitzumachen. Gerade Depressionen sind in unserer Gesellschaft so präsent, werden aber oft tabuisiert. Wir sollten Wil­lens sein, zu hinterfragen, was da nicht stimmt. Meine Musik soll schließlich nicht zum Selbstzweck sein. Ich möchte mit meinen Liedern etwas erreichen.

Bist du in deinem näheren Umfeld mit Depression in Berührung gekommen?

Ja klar, obwohl ich sie lange Zeit negiert habe. Ich hab sie eher als Modeerschei­nung abgetan. Dabei gab es sie schon immer. Früher nannte man es nur Me­lancholie. Ich habe erlebt, was eine Depression aus einem Menschen machen kann, hatte selbst mitunter Anflüge davon. "Lustlo­sigkeit" ist eine zu schwa­che Bezeichnung dafür. Man funktioniert einfach nicht mehr. Ich weiß, dass depressiven Menschen schwer zu helfen ist, glaube aber, dass es geht. Ich habe erlebt, dass ein Lied Mut geben kann, mehr als zehn Gespräche.

Warum ist es dir wichtig, dich nicht nur in Worten und Musik, sondern auch mit Bildern auszudrücken?

Vor zwei Jahren habe ich das Malen für mich entdeckt. Ich nenne es "Naive Lie­dermalerei" und sehe es als Ergänzung meiner Lieder, ein weiteres Ausdrucksmit­tel. Ich habe keine Ahnung von Farbenlehre, Dimensi­on oder Perspektive, aber es stecken jede Menge Emotionen drin. Das ist eine Sache, die man anschau­en und sich sagen kann, okay, das ist genau das, was ich ausdrücken wollte. Letztendlich habe ich viel Zuspruch bekommen, so­gar von Leuten vom Fach. Das hat mir gezeigt, dass ich mein Ziel, die Botschaft eines Liedes mit Bildern zu transportieren, erreicht habe. Es stärkt mein Selbst­bewusstsein und soll auch andere erkennen lassen, dass jeder etwas aus sich machen kann.

Wie viele Bilder sind be­reits entstanden?

Etwa 40, davon ist die Hälfte bereits verkauft, meist die, die mir selbst am besten ge­fallen haben. Das erschwert natürlich die Gestaltung einer Ausstellung.

Aber du wirst ab 25. Mai in der Galerie "Flox" in Kir­schau ausstellen. Was ist genau im Rahmen des Pro­jektes geplant?

Zur Eröffnung der Ausstel­lung mit den Bildern von Ute Näser und mir werde ich ein Solokonzert geben. Es ist auch was mit Tanz geplant, aber ich will nicht zu viel verraten. Am 15. Juni geben "ERIC FISH & FRIENDS" ein Konzert. Bei der Abschlussveran­staltung am 28. Juni, wenn dann die Preise für den Malwettbewerb übergeben werden, werde ich noch einmal in Begleitung mei­nes Pianisten singen. Ganz ehrlich, ich bin begeistert, was da im Dreiländereck möglich gemacht wird. Die Ausstellung und meine Lie­der sind nur ein Teil eines breitaufgestellten Projek­tes, das ich großartig finde.

Für den Malwettbewerb hast du Lieder zur Inspirati­on zur Verfügung gestellt. Woher nimmst du eigentlich selbst deine Inspiration?

Ich gehe viel in die Natur. Ich wohne im Grünen und ich habe gute Freunde. Man muss unterwegs sein, um neue Ideen zu finden. Als Einsiedler gehen einem die Inspirationen schnell aus. Besonders gern bin ich am Wasser, am Fluss oder See. Wasser war für mich schon immer ein Katalysator, da­mit auch die Gedanken fließen können.

Wie hältst du die Ideen fest?

Ganz altmodisch, hand­schriftlich in einem No­tizbuch. In den kleinen Büchlein sind all meine Liedanfänge zu finden.

Du hast noch eine Menge anderer Projekte am Laufen, nicht wahr?

Na ja, neben dem neuen Album von "SUBWAY TO SALLY" sind da eine Tour mit "ERIC FISH & FRIENDS" und diverse Festivals mit "BANNKREIS" zu nennen. Außerdem unterstütze ich eine junge Leipziger Band, der leider ein Sänger fehlt. In meiner Heimat engagie­re ich mich natürlich auch. Ich will zum zweiten Mal ein Sommerfest in unserer Gegend organisieren, was nicht so leicht ist, weil die Finanzierung noch nicht abgesichert ist.

Kommst du trotzdem dazu, das eine oder andere Buch zu lesen?

Ja klar, Lesen ist ein Muss und ich lese nichts, was weniger als 600 Seiten hat. Manchmal sind es die alten Russen, Dostojewski beispielsweise. Manchmal kann es aber auch etwas leichteres sein, Tad Wil­liams, Ian Banks oder Ri­chard Schwartz.

Ich wünsche dir viel Erfolg in Kirschau und bei all deinen Unternehmungen!

Es fragte: Carola Krickel

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