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Von einem der auszog, Hollywood zu erobern

Tom Wlaschiha, aus Neustadt/Sachsen, in der Welt unterwegs

Menschen. Der Hollywood-Star sitzt in einem Café an der Frauenkirche, genießt in aller Ruhe ein Stück Eierschecke. An den Nebentischen nimmt man kaum Notiz von ihm. Wie auch, Tom Wlaschiha (43), der ominöse Killer aus der US-Kult-Serie „Game of Thrones“, ist ohne die schulterlange Film-Perücke nicht wiederzuerkennen.

Als mysteriöser Auftragskiller Jaqen H'ghar von der „Sekte der Gesichtslosen“ in der Fantasy-Serie „Game of Thrones“ wurdest du über Nacht berühmt. Wie erklärst du dir den Hype um deine Person?

Das hat, glaube ich, hauptsächlich mit der großen Popoularität der Serie zu tun. Und natürlich ist meine Rolle sehr dankbar, weil sie sehr ambivalent ist. Ein Bösewicht und ein Auftragskiller, aber andererseits auch ein Sympathieträger, das macht die Story spannend.

Wie kamst du eigentlich zu dieser Traumrolle?

Im Sommer 2012 bekam ich einen Anruf von meiner Londoner Agentin. Ich sollte für eine internationale Fantasy-Serie ein Bewerbungsvideo per Handy einschicken. Ich hatte bis dahin von der Serie noch nie etwas gehört und war deshalb nicht besonders aufgeregt. Zu diesem Zeitpunkt hat noch niemand geahnt, dass das mal so ein weltweiter Erfolg wird.

Nun läuft am 17. Juli bei Sky bereits die 7. Staffel von „Game of Thrones“ an. Wie erklärst du dir dieses Phänomen?

Für mich ist die Serie weniger Fantasy als vielmehr ein moderner Shakespeare. Es geht um sehr menschliche Dimensionen, die Charaktere sind alle extrem vielschichtig. Man weiß nie, was im nächsten Momernt passiert. Das macht es unglaublich spannend. Es ist eine magische Reise ins Mittelalter mit spektakulären Schlachten, Untoten und Drachen. Dass ich dabei die Figur des Jaqen H`ghar verkörpern darf, macht mich schon ein wenig stolz.

Kannst du nachvollziehen, was dir durch diese Rolle gegeben wurde?

Zuerst einmal hilft der Erfolg der Serie auf der Suche nach weiteren Rollen. Ich genieße es momentan sehr, viel unterwegs zu sein und mit meinem Beruf auch reisen zu können.

Du warst kürzlich auch sechs Wochen in Kroatien, hast dort einen Kinofilm gedreht...

Ja, die Handlung spielte sich in einer traumhaften, entlang der Adria-Küste von dichten Wäldern und unzugänglichen Gebirgsmassiven geprägten Kulisse statt.

Du hast mit dem einheimischen Regisseur Veljko Bulajic (89) zusammengearbeitet, einem Mann mit einem überaus klangvollen Namen in der Filmbranche...

Er gilt als der König des Partisanenfilms und gewann schon viele Preise. 1970 wurde er zum Beispiel für das Weltkriegs-Epos „Die Schlacht an der Neretva“ in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ für den Oscar nominiert.

Wenn man schon mit vielen anderen namhaften Regisseuren zu tun hatte, ist es da schwierig, sich immer wieder neu auf sie einzustellen?

Das kommt darauf an. Mit manchen Regisseuren arbeitet man leichter zusammen als mit anderen. Aber im Endeffekt zählt das Ergebnis. 

Schon als 16-jähriger hattest du dich an der Hochschule für Musik und Theater in Leipzig beworben... 

Ja, ohne eine Ahnung davon zu haben, was der Beruf überhaupt bedeutet. Ich bin damals in einen Förderkurs gekommen und habe dann später in Leipzig studiert. Vor 20 Jahren hatte ich dann mein erstes Engagement am Theater der Jungen Generation in Dresden. Daran erinnere ich mich immer wieder gern, weil so ein kleines Haus eine spezielle Atmosphäre hat.

Eigentlich wolltest du aber Musiker werden, wieso dieser Sinneswandel?

Das war eine anfängliche Idee, sicher auch mit beeinflusst von meinem Onkel  Ekkehard, ein bekannter Dresdner Opernsänger und Wagner-Interpret. Ich habe damals Klavier gelernt, aber das zum Beruf zu machen, wäre mir zu riskant gewesen. Da war das Theater dann naheliegend.

Nutzt du denn deine schicke Dachwohnung mit Blick auf den Landwehrkanal in Berlin-Kreuzberg noch?

Ich bin seit über 15 Jahren in Berlin und fühle mich sehr wohl dort. Leider sind die Jobs im Moment meistens woanders, so dass ich nicht sehr oft zu Hause bin.

Du bist weltweit gefragt wie kein anderer deutscher Schauspieler, bist du überhaupt noch ab und zu in deiner sächsischen Geburtststadt Dohna?

In Dohna bin ich tatsächlich nur geboren, aber wenn ich schon einmal in der Heimat bin, besuche ich meine Eltern in Neustadt.

Bleibt auch Zeit für ein Hobby?

Es gibt nichts Schöneres, als mal einen Tag lang richtig auszuschlafen.

Dein Handy klingelt, geht es um deine neue Filmrolle?

Ja, ich spiele momentan in England die Hauptrolle in einem TV-Zweiteiler mit dem Arbeitstitel „Ich hab dich im Gefühl“. Ich spiele einen in einer Lebenskrise steckenden Kunst-Professor. Die Romantic Comedy wird in ZDF und ORF ausgestrahlt, der Sendetermin ist noch unklar.

Hans Jancke

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