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Dynamo-Ausstellung: 70 Trikots aus 70 Jahren

Dresden. Das Interview der Woche mit dem Chef des Dresdner Fußball-Museums, Jens Genschmar

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Jens Genschmar

Jens Genschmar

Foto: Schmidt

Das Dresdner Fußball-Museum litt in den letzten zwei Jahren, wie alle Kultur-Einrichtungen, unter den Einschränkungen der Pandemie. Gründer und Inhaber Jens Genschmar hat durchgehalten – und große Pläne. Was steht an?

Ich arbeite an einer großen Ausstellung im Kaufpark Nickern anlässlich des 70. SGD-Geburtstages im April 2023. Das Thema: 70 Trikots aus 70 Jahren. Das wird bestimmt eine tolle, bisher einmalige Sache. Parallel dazu bereite ich eine Präsentation von ausgefallenen Dokumenten und Schriftstücken vor.

 

Was war das kurioseste Exponat, das Ihnen in letzter Zeit zugeschickt wurde?

Das Kündigungs-Schreiben von Trainer Sigi Held aus dem Frühjar 1994. Er wollte damals bekanntlich nach Osaka in die japanische 1. Liga. Das ist ein schlichtes, dreizeiliges Dokument, das er wahrscheinlich am Frühstückstisch verfasst hat, aber von bedeutender Tragweite für den Verein ist. Erst recht, wenn man weiß, was Rolf-Jürgen Otto als Präsident für ein cholerischer Typ war und wenn man sich vorstellt, wie er darauf reagiert hat.

 

Dynamo aktuell – wie ist Ihre Meinung?

Die ist ganz positiv. Nach dem Abstieg sind wir alle in ein tiefes Loch gefallen. Aber es ist immer wieder verrückt, wie sich der Dynamo-Fan auch in solchen Situationen wieder aufrappelt. Ich fordere nicht den sofortigen Wiederaufstieg, sondern eine erfolgreiche Saison im Sinne einer Weiterentwicklung der neu zusammengestellten Mannschaft. Dazu gehören eben auch Rückschläge wie derzeit.

 

Bis 31. August ist das Transferfenster offen – kommt da noch jemand?

Davon gehe ich aus, wobei Dynamo in den letzten Jahren vor allem in den Winterpausen die Fehler gemacht und schlecht eingekauft hat. Wegen der WM ist die diesmal länger und wenn die Chance, oben anzugreifen, da ist, sollte man investieren.

 

Sportlich sind Sie auch mit Ihrem Lugturm-Projekt unterwegs...

Ja, am 27. August gibt es beim Galopp-Renntag einen Preis der Biergärten von Hofewiese und Lugturm. Wir gehen gern auf die Rennbahn und bei meinen Recherchen habe ich erfahren, dass es vor dem 1. Weltkrieg einen Preis des Lugturms gab. Diese Tradition will ich wieder aufgreifen. Vielleicht wird ja mehr daraus.

 

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