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Die 3. Liga ist stärker als vor zwei Jahren

Dresden. Interview der Woche mit Ex-Dynamo Matthias »Atze« Döschner

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Matthias »Atze« Döschner

Matthias »Atze« Döschner

Foto: PR

Zwischen 1978 und 1990 bestritt Matthias »Atze« Döschner 253 Oberliga-Spiele für Dynamo. Am Ball ist der 64-Jährige immer noch – wie am letzten Wochenende in Erfurt. Wie war’s?

Ich habe das Ost-Fußball-Traditionsteam gegen die Oldies von Rot-Weiß Erfurt betreut. Bei denen waren zwei 40-Jährige dabei, bei uns fünf 67-Jährige, weshalb wir 3:5 verloren haben. Laut Vertrag hieß es eigentlich »Ü45«. Aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Die nächste Begegnung gibt es am 9. Juli in Berggießhübel, da spielen wir gegen eine Ostsachsen-Auswahl.

 

Sie stehen selbst nicht mehr auf dem Platz?

Leider nein, ich habe zwei künstliche Knie als Folge des Fouls im Februar 1991, als ich für Fortuna Köln spielte. Ich wurde umgemäht und musste meine aktive Laufbahn mit 32 beenden. Ich wusste, dass die langfristigen Schäden kommen und hatte Zeit, mich darauf vorzubereiten. Mit meiner Karriere bin ich rückblickend dennoch zufrieden – drei Meistertitel, vier Pokalsiege, 40 Länderspiele.

 

Darum geht’s auch in dem neuen Buch »Zeitreisen«.

Ja, darin erzählen rund 50 DDR-Fußballer ihre Geschichte. Das ist gut gemacht mit etlichen bis dahin unveröffentlichten Fotos. Und ich freue mich auch über die Titelseite mit mir in Aktion.

 

Was sagen Sie zu den aktuellen Dynamos?

Eine neu zusammengestellte Mannschaft – da ist es immer schwer, eine Einschätzung zu geben. Dynamo hat natürlich vom Finanziellen her ganz andere Möglichkeiten, Leute zu holen. Wenn ich da Ralf Minge in Halle sehe oder auch Zwickau – die haben es viel schwerer.

 

Also könnte der Wiederaufstieg gelingen, so wie vor zwei Jahren?

Hoffen kann man immer. Aber das Niveau der 3. Liga war damals verheerend schlecht, so einfach wird es nicht wieder. Wie eng es da zugeht, hat man in der Vorsaison gesehen.