Silke Richter/mlh

Den Fall der Mauer verschlafen

Hoyerswerda. Die Wendezeit hat besondere Geschichte(n) geschrieben: Manja Klimt hatte große Pläne, die mit der Wendezeit wie Seifenblasen zerplatzten. Doch die Ereignisse ließen die Hoyerswerdaerin über sich selbst hinauswachsen.

Manja Klimt hat den Fall der Berliner Mauer ganz anders erlebt, als es vielleicht viele Menschen erwarten oder denken würden. Die damals 18-Jährige hat das Ereignis im wahrsten Sinne des Wortes verpennt, wie sie es beschreibt.
»Ich war jung und hatte viele Pläne für meine Zukunft in der DDR«, erinnert sie sich. Ihre damalige größte Leidenschaft: das Nähen. Stundenlang saß Manja Klimt damals an der Nähmaschine und schneiderte mit jedem Nadelstich an ihrem Berufstraum. In Berlin wollte die junge Frau Kostümgestalterin studieren. Mit dem Fall der Mauer zerplatzte dieser Traum wie eine Seifenblase. Knallhart und heftig. 

»Ich war sehr enttäuscht und innerlich regelrecht erschüttert. Meine Zukunft hatte ich mir ganz anders vorgestellt«, blickt Manja Klimt auf ihre damalige kleine Welt zurück, die nun aus den Fugen geriet. Freilich hätte die Hoyerswerdaerin später ihr gewünschtes Studium aufnehmen können. Aber nur dann, wenn sie es auch selbst finanziert hätte.  Angesicht der damaligen wirtschaftlichen Lage nahezu unmöglich. Dazu das große Risiko in einer Welt, in der morgen nichts mehr so sein könnte, wie am vergangenen Tag. Eine Zeit zwischen verloren gegangener Sicherheit, Umbruch, Chaos, Visionen, Hoffnung und Ellenbogengesellschaft.

Die Wende eröffnet neue Möglichkeiten

Andererseits eröffneten sich mit dem Untergang der DDR für die junge Frau aber auch neue Wege und Möglichkeiten. Denn auch in der Wende gab es zwei Seiten. Zum einen hätten viele DDR-Bürger erleben müssen, dass »ihr« Staat vom Westen gnadenlos eingenommen wurde. Viele ältere Menschen seien zudem mit der neuen Situation komplett überfordert gewesen. »Viele sind plötzlich aus ihrem gewohnten Leben förmlich herausgerissen worden und haben sich davon leider nicht wieder erholt«, blickt Manja Klimt nachdenklich zurück.  
Zum anderen habe es aber auch schöne Begebenheiten gegeben. So betrachtet Manja Klimt viele persönliche Begegnungen zwischen Ost und West als wahres Geschenk. Es sind Geschichten, die das Leben schrieb, in denen der so genannte Wessi vom Ossi lernen durfte und auch wollte.  Auf Augenhöhe. »Ich hatte das Glück, Ansichten aus dem Osten auch in den Westen transportieren zu dürfen.  Diese Ideen wurden dankend angenommen«, erzählt die 49-Jährige.

Heute ist das Nähen nur noch ein Hobby für Manja Klimt, die inzwischen über sich selbst sagt: »Ich würde alles genauso wieder tun. Die Wendezeit hat mich selbständiger werden lassen, weil mein Leben eine völlig neue Richtung bekommen hatte. Ich bin sehr viel offener geworden, habe an innerer Stärke gewonnen und stelle mich gern den Herausforderungen des Lebens.«
Und manchmal kommen bei Familientreffen heute noch so manche Geschichten ans Tageslicht, über die man damals einfach nicht gesprochen hat. Heute weiß Manja Klimt, warum sie damals so viele Menschen neugierig und scheinbar besorgt nach ihren Eltern fragten, die vor dem Mauerfall Richtung Ungarn unterwegs waren. Um Urlaub zu machen. Nicht mehr und nicht weniger. Es sei nie, auch nur im Ansatz, bei ihren Eltern der Gedanke da gewesen die DDR zu verlassen und ihre Tochter zurück zu lassen.  Und so schreibt die Wende auch heute noch ihre (unausgesprochenen) Geschichten…

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Glaubitz und Bärnsdorf mit Hilfe von oben

Glaubitz. Die Feuerwehren in Glaubitz und Bärnsorf haben kürzlich eine neue technische Ausstattung übernommen. Künftig können die Kameraden der Wehren auch Drohnen für die Klärung des Einsatzgeschehens aus der Luft einsetzen. Die Übergabe erfolgte im Beisein von Radeburgs Bürgermeisterin Michaela Ritter, des Glaubitzer Bürgermeisters Lutz Thiemig sowie Kameraden der Feuerwehr Glaubitz in Bärnsdorf statt. Bei den technischen Daten ist die neue Drohne selbstredend moderner. Sie fliegt länger und weiter und kann auch bei Regen zum Einsatz kommen. Auch die eingebauten Kameras liefern weitaus bessere Bilder, wovon sich die Kameraden bei Testflügen überzeugen konnten. Einzig bei der Geschwindigkeit von rund 55 km/h nehmen sich beide Modelle nichts. Die Freude über die jeweils neue Drohne war gleichwohl bei den Kameraden der beiden Feuerwehren zu spüren, die das Treffen zum weiteren Erfahrungsaustausch nutzten. Drohnen an zwei Standorten im Landkreis bieten nicht nur die Sicherheit einer Rückfallebene, sondern da sie geografisch gut über den Landkreis verteilt sind auch schnellere Einsatzmöglichkeiten. Grundlage für die örtliche Zuordnung ist die Einhaltung der Hilfeleistungsfrist. Die Stationierung basiert auf dem Drohnenkonzept des Landkreises. So wird die in Bärnsdorf stationierte Drohne vorrangig für das Gebiet, das in etwa dem Altlandkreis Meißen entspricht, eingesetzt. Die Drohne in Glaubitz bedient vorrangig das Gebiet des Altlandkreises Riesa-Großenhain. Mit dem Einsatz von Drohnen zur Unterstützung der Feuerwehren hat sich der Landkreis Meißen seit 2016 beschäftigt, die erste Drohne wurde 2019 angeschafft. Mittlerweile sind mehr als 20 Kameraden in Bärnsdorf und Glaubitz für den Flug einer Drohne ausgebildet. 2020 waren über 60 Einsätze für die Drohnen zu verzeichnen, bei ganz unterschiedlichen Problemlagen – bei Waldbränden wie bei Gebäudebränden.Die Feuerwehren in Glaubitz und Bärnsorf haben kürzlich eine neue technische Ausstattung übernommen. Künftig können die Kameraden der Wehren auch Drohnen für die Klärung des Einsatzgeschehens aus der Luft einsetzen. Die Übergabe erfolgte im Beisein…

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