Peter Lewandrowski

Im Süden wird gebaut - Erste Wohnungen im „WK XIII“ übergebe

Die WochenKurier-Kolumne von Dr. Peter Lewandrowski

Cottbuser Geschichten. Vor 45 Jahren

In der Cottbuser Hubertstraße bezog 1988 eine Familie die „45.000 neugebaute bzw. modernisierte Wohnung“ seit Kriegsende. Solche runden Zahlen wurden in der DDR stets groß gefeiert, galt es doch, das Wohnungsbauprogramm bis 1990 zu erfüllen. Ein Jahr später zeigte allerdings die realistische Bilanz, dass der Honecker-Plan, jeder Familie  eine Wohnung zu geben, für Cottbus nicht ganz aufging. Es fehlten ca. 3000 Wohnungen.
Drei Jahrzehnte später tauchen beim Thema Wohnungsbau andere Zahlen auf. Seit der Wende sind vorwiegend in Schmellwitz und Sachsendorf/Madlow 10.723 Wohnungen abgerissen worden. Das raue Wort „Abriss“ wird allerdings gern umgangen. Zunächst sprach man beschönigend von „Rückbau“, später kam das elegante „vom Markt nehmen“ in Umlauf. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch schon früher in Cottbus großflächig abgerissen wurde. Gerade in den Sechzigern fielen im Zentrum ganze Straßenzüge dem Abrissbagger zum Opfer.
Ende der Sechziger aber wurde beim Wohnungsbau in Sandow und später in Ströbitz richtig geklotzt. Dort entstanden in industrieller Bauweise die Wohnungen des Typs P 2 mit innen liegendem, komplett vormontiertem Bad. Die typische Dreiraumwohnung war klein, ihr Umfeld sah in Cottbus, Halle/Neustadt und Wladiwostok ähnlich aus. Sie kostete 77 Mark. Auch bei großzügiger Umrechnung zum Euro ist ein Autostellplatz in einer Tiefgarage heute teurer.
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Auf den Reißbrettern der Architekten nahm Mitte der Siebziger ein weiteres Neubaugebiet Gestalt an. Der Wohnkomplex XIII, zunächst Cottbus-Süd, dann Madlow und noch etwas später Sachsendorf-Madlow genannt, entstand an der Peripherie von Cottbus in Richtung Autobahn. Hier sollten die neu angesiedelten Arbeitskräfte aus der Kohle- und Energiewirtschaft und aus der Textilindustrie leben. Geplant für ca. 40.000 Menschen war Sachsendorf-Madlow eines der ganz großen Neubauvorhaben in der DDR. Am 31. Januar 1976, vor 45 Jahren, lasen die Cottbuser unter der Überschrift „Schlüsselfertig“ in ihrer LR folgendes: „Die erste Wohnung im jüngsten Wohngebiet im Süden unserer Stadt erhielt gestern der KFZ-Schlossers Rainer W. Im Beisein des 1. Stellvertreters des Oberbürgermeisters, Genossin Gertrud Nolte, empfingen die neuen Mieter im Hauseingang Turower Straße 2 ihre Wohnungsschlüssel. Das junge Ehepaar mit zwei Kindern ist im Kraftwerk Jänschwalde tätig. Mit ihnen konnten weitere neun Familien Einzug in dieses neue Haus halten. Ihr Dank galt den Bauleuten der Fließstrecke Ahlsdorf, die für die termingerechte Fertigstellung der neuen Wohnungen sorgte. Bereits in der kommenden Woche werden weitere Familien in das künftig größte Neubaugebiet der Bezirksstadt einziehen.“ In den nächsten Tagen wurde in dem Quartier Turower-, Schwarzheider - und Zielona-Gora-Straße eingezogen, eröffnet und freigegeben. Schon im Januar werkelten Lehrer und Kindergartenerzieher an der Vorbereitung der 24. Oberschule und der Kindereinrichtungen. Am 10. Februar öffnete die Kaufhalle gegenüber dem Kontrolldurchlass der Kaserne der sowjetischen Armee. Arztpraxen in den Erdgeschosswohnungen der Turower Straße folgten.
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EssayGoal offers to our customers visit here writing service with guarantee of plagiarism free and top quality. Only professional writers Glanz und Elend der Plattenbauten
Die am Fließband produzierten Wohnungen waren warm, sicher und preisgünstig. Zu diesen Vorzügen kam die Vermischung der sozialen Gruppen und damit die Verhinderung  von Ghettobildung. In den Plattenbausiedlungen lebten die unterschiedlichsten Berufsgruppen mit verschiedenen Qualifikationsstufen zusammen. Der Generaldirektor wohnte neben dem Hilfsarbeiter. Aber ebenso offensichtlich waren die Nachteile und Probleme der Großsiedlungen wie Sachsendorf/Madlow. Die stark subventionierten Mieten führten zu einer großen Anzahl unterbelegter Wohnungen. Es gab in der DDR keinen finanziellen Anreiz, sich nach dem Auszug der Kinder zu verkleinern. Vor allem aber verfiel die Altbausubstanz. In den ehemals schönen, nun aber zerbröckelnden Jugendstilhäusern und den klassizistischen Gebäuden in der westlichen Stadterweiterung und um die Friedrich-Ebert-Straße wollte man nicht wohnen.
Heute sind die historischen Straßenzüge in der Cottbuser Altstadt saniert. Aber auch in Sachsendorf/Madlow hat sich Einiges getan. Insgesamt wurden dort 6.200 Wohnungen „zurückgebaut“. Damit verbunden war die Aufwertung des Stadtgrüns, die Sanierung von Schulen und die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur. Im Stadtteilladen in der Heinrich-Mann-Str. 11 informiert der Bürgerverein Sachsendorf/Madlow über die weitere Entwicklung.

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