Grundstein für das neue Rathaus gelegt

Die WochenKurier-Kolumne von Dr. Peter Lewandrowski

Cottbuser Geschichten. - Vor 85 Jahren -

Der Nazi-Terror hatte im Spätsommer 1934 die Stadt Cottbus im Würgegriff. Die NSDAP erreichte bei den Kommunalwahlen im Vorjahr die absolute Mehrheit. Aber trotz des Verbotes der Märkischen Volksstimme errang die SPD 12 der 41 Sitze. Im Verlaufe der nächsten Monate teilten aber die sozialdemokratischen Stadtverordneten das Schicksal der Kommunisten. Die Mandate wurden annulliert, die SPD-Stadträte in »Schutzhaft« genommen und eine Atmosphäre der Angst verbreitet. Die Stadtverordnetenversammlung war nur noch Fassade. Der Cottbuser Anzeiger, mit fliegenden Fahnen zu den neuen Machthabern übergelaufen, erklärte als Hauptregel der Verwaltung unter der Nazi-Herrschaft, dass »die verantwortliche Leitung der Gemeinde nach dem Führerprinzip allein auf den Oberbürgermeister übergegangen ist.« Das bedeutete das Ende der kommunalen Selbstverwaltung. Oberbürgermeister war von 1933 bis 1937 Dr. Henricus Haltenhoff, Mitglied der NSDAP und der SA, in den Fünfzigern Mitglied des Niedersächsischen Landtages. Allerdings hatte 1934 der Kreisleiter der Nazi-Partei, Gustav Conrad, das eigentliche Sagen. Insgesamt sah es in der Niederlausitz in diesem Sommer nicht gut aus. Eine Dürre hatte zu Problemen in der Landwirtschaft geführt. »3 000 Stück Schlachtvieh werden in andere Gegenden mit guten Futterverhältnissen in Pension gegeben.« Die Arbeitslosigkeit ging trotz aller Versprechungen nur langsam zurück. Im Juli waren 3552 Cottbuser ohne Beschäftigung. Kritik wurde nicht zugelassen. »Nörgler, Kritikaster und Wühlmäuse« erhielten Gefängnisstrafen. Die Gestapo beschlagnahmte und versiegelte das Gebäude der Freimaurerloge. Der Terror gegen die Cottbuser Juden ging weiter.

Baubeginn für das neue Rathaus

Über ein neues Verwaltungsgebäude war in Cottbus schon seit Jahrzehnten diskutiert worden. Dass der Bau 1934 begann, hat sicherlich mit den versprochenen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zu tun. Denn eine Unterstützung des neuen Rathauses durch »etwa 270000 RM aus Darlehnsmitteln des Reiches«, auf die man gehofft hatte, erfolgte nicht. Es musste nun »allein aus städtischen Stocks finanziert« werden. Notwendig war es allemal. Der Anzeiger erläuterte am Vorabend der Grundsteinlegung: »Unser altes Rathaus, dass auf ein mehrhundertjähriges Bestehen zurückblickt, jedenfalls aus Zeiten stammt, in denen Cottbus nicht einmal 5 000 Einwohner hatte, reicht für die Verwaltungszwecke längst nicht mehr annähernd aus. Immer mehr Abteilungen mussten anderwärts untergebracht werden, waren zum Teil weit verstreut über das Stadtgebiet.“ Erschwernisse gab es für die Bürger und die Verwaltung. Deshalb ein Neubau, „der möglichst alle städtischen Verwaltungszweige in sich aufzunehmen vermag.«

Mit der Grundsteinlegung wurde am 1. September 1934 der Bau begonnen. Ein Jahr später bezog die Verwaltung die ersten 85 Räume. Im Mai 1936 gab es das Richtfest für die Seite Berliner Straße und im Dezember 1937 feierte die Stadt die Fertigstellung des neuen Rathauses. Die Denkmalpfleger sehen im Verwaltungsgebäude am Neumarkt »die Auseinandersetzung zwischen modernen Bauauffassungen der 1920er Jahre und der Architekturdoktrin des Nationalsozialismus ... So verwiesen die an der Renaissance orientierten Elemente wie die Zwerchgiebel auf die Blütezeit des Rathausbaus und stellten den Bezug zu den Bürgerhäusern und dem alten Rathaus am Markt her.«

»Führer und Reichskanzler«

Hauptthema war aber im Sommer 1934 nicht das Rathaus, sondern der Tod des Reichspräsidenten. Hindenburg war am 2. August gestorben. Der Cottbuser Magistrat erinnerte in seinem Beileidsschreiben an Sohn Oskar daran, dass Hindenburgs Elternhaus zeitweise in Cottbus war. Diktator Hitler nutzte den Tod des formellen Staatsoberhauptes zur weiteren Konzentration der Macht in seinen Händen. Er übernahm die Befugnisse des Präsidenten, schaffte die Bezeichnung aber ab. In einer kurzfristig anberaumten Volksabstimmung »entschieden« sich die Menschen dafür, dass Hitler fortan »Führer und Reichskanzler« sei. Danach begann auch in Cottbus die Vorbereitung des faschistischen Eroberungskrieges. In dessen Folge brannte das Rathaus im April 1945, elf Jahre nach der Grundsteinlegung, fast vollständig aus. Das nur notdürftig instand gesetzte Gebäude wurde 1952 Sitz des Rat des Bezirkes. Bei Sanierungen verschwanden die Staffelgiebel und das Haus wurde einheitlich auf fünf Etagen erhöht. In den Neunzigern, jetzt wieder als Rathaus, erfolgte die denkmalgerechte Wiederherstellung des stadtbildprägenden Hauses.

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