Cottbus während der separaten Währungsreform und Luftbrücke

Die WochenKurier-Kolumne von Dr. Peter Lewandrowski

Cottbuser Geschichten. - Vor 70 Jahren -

„Cottbus begrüßt Abwehr­maßnahmen“: Unter dieser Überschrift informierte die Märkische Volksstimme ihre Leser 1948 über Demonstratio­nen in der Lausitzstadt: „In sieben Groß-Betriebsversammlungen der Textil-Industrie, der Baugewerkschaft und des Handwerk erhoben die Werk­tätigen von Cottbus am Montag Protest gegen die aus der einseitigen Wäh­rungsreform im Westen sich ergeben­den politischen und wirtschaftlichen Folgen.“

Es blieb allerdings nicht bei staatlich organisierten Protesten. Vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 sperrte die sowjetische Militärverwaltung alle Transportwege zwischen den westli­chen Besatzungszonen und den West­sektoren von Berlin. Den Versuch, ganz Berlin unter sowjetische Kontrolle zu bringen, konterten die Westmächte mit der Luftbrücke.

Berlin-Blockade und Luftbrücke gehören zu den Gründungsmythen der Bundesrepublik. Das Heldenepos Luftbrücke hat Denkmäler, Spielfilme und jährliche Gedenkfeiern. Tatsächlich war die Luftbrücke eine große Leistung. Eine Millionenstadt aus der Luft zu versorgen, das hatte es bis dahin noch nicht gegeben. Mit 277 728 Flügen brachten Amerikaner und Briten Lebensmittel, Kohle und Industriewaren nach West­berlin. Die Ursachen für diese seit 1945 beispiellose Konfrontation der Siegermächte waren unterschiedliche politische Ziele. Obwohl das Potsda­mer Abkommen vom Erhalt der wirt­schaftlichen Einheit Deutschlands und Berlins ausging, planten die westlichen Besatzungsmächte West-Berlin als Brückenkopf zu erhalten. Die Sowjetunion wollte ganz Berlin in ihr Herr­schaftssystem integrieren.

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Stalin drohte: „Wird aber Deutschland von den Westmächten und ihren Hand­langern gespalten, so müssen sie auch zur Kenntnis nehmen, dass Berlin in der Ostzone liegt, und die Konsequenz daraus ziehen. Diese Konsequenz ist die Räumung der für den Krieg vorbe­reiteten Igelstellung Berlin!“ Um diese Räumung zu erreichen, blockierte die sowjetische Militäradministration die Transportwege. Die folgende Luftbrü­cke diente jedoch nicht nur den Inter­essen der Westmächte. Auch der über­wiegende Teil der Westberliner wollte an der Westbindung festhalten.

Pünktlich zum 70. Jahrestag stellte Außenminister Heiko Maas in Anbe­tracht des gegenwärtig etwas ange­schlagenen Verhältnisses zu den USA fast beschwörend fest: „Heute vor 70 Jahren – als Deutschland in Schutt und Asche lag – wurde der Grundstein für die deutsch-amerikanische Freund­schaft gelegt. Auf die Totalblockade West-Berlins reagierten die westlichen Alliierten mit der Berliner Luftbrücke. Sie war nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern vor allem das Zeugnis überwältigen­der Menschlichkeit. Aus Feinden wurden Freunde, aus Besatzern Beschützer. Dies verpflichtet uns zum Dank – auch heute noch.“ Da­zu gibt es nur zwei Anmerkungen. Erstens war die Blockade so total nicht. In Berlin selbst blieb der Ver­kehr zwischen den Sektoren offen.

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Zweitens aber wird die Ursache für die Berlin-Blockade nicht oder nur knapp behandelt. In den Westzonen gab es am 20. Juni 1948 die separate Währungsreform, also die Einführung der D-Mark. Das hieß, am 21. Juni gab es Milliarden umlaufende Reichsmark, die im Westen ungültig, aber im Osten noch Zahlungsmittel waren. Als die Stadtkommandanten drei Tage später die D-Mark, mit einem „B“ gekenn­zeichnet, auch in den Westsektoren Berlins einführten, war die Lage äußert prekär. Ein Ausverkauf hätte die ohne­hin dramatische Versorgungslage im Osten endgültig zusammenbrechen lassen. Die Blockade sollte das verhin­dern. Der Osten musste nun ebenfalls eine Währungsreform durchführen. Da keine neuen Banknoten zur Verfügung standen, erhielten die alten Geldschei­ne Aufkleber. Im Mai 1949 endeten Blockade und Luftbrücke. Die Span­nung blieb. Der Status von West-Berlin war bis zum Viermächteabkommen 1971 umstritten.

Hundert Kilometer südlich, in Cott­bus, regten sich die Menschen über andere Dinge auf. Es ging um Lebens­mittelrationen, fehlende Sitzgelegen­heiten in den Schulen und Brennstoff­zuteilungen. Der Spielraum für die kommunale Selbstverwaltung war sehr gering. Im Stadtparlament durften nur Vorlagen und Anträge ab­gestimmt werden, die vor­her von der sowjetischen Kommandantur genehmigt wurden. Das nahm Vorste­her Theopold ernst: „Ich habe schon mal vier Tage im Loch gesessen und habe keinen Bedarf auf mehr.“ Die letzte Sitzung am 28. Dezember 1948 endete erstmals nach dem Krieg mit einem „geselligen Beisammensein“. Bitte ein vollständiges Besteck mit­bringen!

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