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Aus dem Alltag einer Pflegehilfskraft

Ich bin Marleen, 33 Jahre jung und arbeite bei einem Pflegedienst als Pflegehilfskraft.

Mein Dienst beginnt 9.00 Uhr. Natürlich könnte ich auch eher anfangen, aber da ich Mutter von 2 Kindern bin (eins davon schulpflichtig), muss ich meine kleinere Tochter früh noch in die Kita bringen. Mein Arbeitgeber ist da sehr tolerant und ich habe die Möglichkeit mir den Alltag in Abstimmung mit meinen Patienten frei zu gestalten.

Meine Arbeitstage sind sehr verschieden, ebenso auch die Patienten.

Einige meiner Schützlinge können nicht mehr allein vor die Tür gehen. Das kann viele Ursachen haben. Die körperlichen Leiden schränken sie dabei aber am meisten ein. Mit diesen Patienten gehe ich zusammen die Vorräte und den Hausrat durch und anschließend erledigen wir gemeinsam den Einkauf. Dabei ist der Spaziergang und draußen an der frischen Luft sein zu können für viele meiner Patienten das „Highlight“ des Tages. 

Ebenfalls unterstütze ich sie bei alltäglichen Sachen/Situationen. Dabei spielt die Körperpflege eine große Rolle. Die meisten Patienten sind oft nicht mehr in der Lage Ihrer Körperhygiene selbst nachzugehen oder benötigen Hilfe, weil sie einige Körperstellen aufgrund Ihrer Einschränkungen nicht mehr erreichen können.

Auch bereite für oder zusammen mit meinen Patienten das Essen zu oder bespreche mit Ihnen die Essensbestellung, falls Sie einen Lieferservice für die tägliche Versorgung der Mahlzeiten nutzen. Zudem helfe ich meinen Patienten bei der Haushaltsreinigung. Ich sauge/wische die Fußböden, reinige Fenster, wische Staub und sorge mit den Pflegebedürftigen für eine „Grundordnung“ in der Wohnung.

Genauso gehört zu meinen Aufgaben die Organisation von Terminen für Friseurbesuche, Fußpflege oder Fachärzte. Zu den Arztterminen begleite ich dann meine Patienten, da für viele ältere Menschen Ärzte schwer verständlich sind, oder sie nicht genau schildern können, was Ihnen Schmerzen oder Unwohlsein bereitet, wenn es ein gesundheitliches Problem gibt.

Bei allen Aufgaben die ich in meinem Alltag erledige, gilt es aber meine Patienten hauptsächlich zu unterstützen. Das heißt, ich versuche Sie in den häuslichen Alltag mit einzubeziehen und nicht ihn komplett abzunehmen. Denn man muss unterscheiden:

„Wir sind Pflegehilfskräfte/Hauswirtschaftler – kein Reinigungsdienst!“

Es kommt natürlich auch auf den Patienten selbst an. Der eine kann bei den alltäglichen Sachen noch selbst mit anpacken und der andere ist auf unsere Hilfe komplett angewiesen. Hier braucht man etwas Fingerspitzengefühl, um herauszufinden, welche Patienten noch selbst mithelfen können und welche nicht. Denn auch unsere „Alten“ sind clever und manchmal kleine Schauspieler, wenn es um den Haushalt geht.

Je nach Anzahl der Patienten, variieren die Arbeitszeiten. Sie liegen gewöhnlich bei 9.00 – 14.00/15.00 Uhr.

Das Schöne an meinem Beruf ist, dass mein Arbeitsalltag sehr unterschiedlich ist und ich mir meine Arbeitszeit in Absprache mit den Patienten frei einteilen kann. Ich lerne viele unterschiedliche Menschen und Charaktere kennen und muss mich immer wieder neu auf meine Schützlinge einstellen. Man weiß nie, was einen am nächsten Tag erwartet.

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Neuer Ausbildungsberuf am neuen Standort

Cottbus. Mit Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres startete im SRH Berufsbildungswerk Cottbus die Ausbildung zum Fachlagerist. Für den neuen Ausbildungsberuf steht ein vollausgestattetes Warenlager zur Verfügung, in dem die Auszubildenden unter realistischen Bedingungen lernen und arbeiten. »Wir haben bei der Entscheidung für diesen Ausbildungsberuf den Bedarf der Agentur für Arbeit berücksichtigt. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie und die Zunahme des Online-Handels bekommt der Beruf des Fachlageristen einen neuen Stellenwert. Waren, die Kunden online bestellen, bereiten Fachlageristen für den Versand vor«, erklärt Petra Müller, Teamleiterin im Berufsbildungswerk Cottbus. Fachlageristen arbeiten beispielsweise für Logistikunternehmen oder Speditionsbetriebe im Metall- und Fahrzeugbau, in der Lebensmittel- und Elektroindustrie oder bei Herstellern von Baustoffen. Im Berufsbildungswerk Cottbus werden junge Menschen mit körperlichen und psychischen Einschränkungen für Jobs im Büro und im Lager ausgebildet, die aufgrund ihres erhöhten Förderbedarfs nicht die Chance haben, direkt im Unternehmen eine Ausbildung zu absolvieren. Der Beruf Fachlagerist bietet eine Erweiterung der bereits vorhandenen, theoriereduzierten Ausbildung zum Fachpraktiker im Lagerbereich. Die Ausbildung dauert zwei Jahre und schließt mit einer Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Im Juli ist das Berufsbildungswerk Cottbus von der Inselstraße in die ehemalige Tuchfabrik auf den Ostrower Damm 2 umgezogen. In den neuen Räumen gibt es nun genug Platz für das große Übungslager. Die Azubis erledigen hier typische Arbeiten eines Fachlageristen, wie Waren entgegennehmen und prüfen, Güter fachgerecht einlagern, Inventuren durchführen, Waren versandfertig machen oder für den Transport auf dem LKW sichern. »Dieses Übungslager kommt einem echten Lager schon sehr nahe«, sagt der Auszubildende Niklas Loth. Nach seinem Abschluss zum Fachpraktiker im Lagerbereich qualifiziert sich der Cottbuser nun zum Fachlagerist weiter. Niklas Loth leidet unter anderem an einer Konzentrationsschwäche. Deshalb bereitet ihm das aufmerksame Lernen hin und wieder Probleme. Eine Berufsausbildung in einem Unternehmen kam für ihn deshalb nicht infrage. So entschied er sich für das Berufsbildungswerk und zunächst für den Beruf des Fachpraktikers im Lagerbereich, der ihm mehr Praxis als Theorie vermittelte.Mit Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres startete im SRH Berufsbildungswerk Cottbus die Ausbildung zum Fachlagerist. Für den neuen Ausbildungsberuf steht ein vollausgestattetes Warenlager zur Verfügung, in dem die Auszubildenden unter realistischen…

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