Roberto Rink

»Click & Meet« als Chance?

Pirna. Über »Click & Meet« können Einzelhändler nach vorheriger Terminabsprache wieder Kunden empfangen.

Kunden dürfen nun wieder die Geschäfte der Einzelhändler betreten. Dafür müssen sie aber vorab einen Termin beim jeweiligen Laden buchen. Die Terminvereinbarung kann auf verschiedenen Wegen geschehen, vom Anruf über E-Mail, Fax und soziale Medien bis zum spontanen Nachfragen am Eingang.

Für das Citymanagement Pirna ist »Click & Meet« ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, doch gleicht es die Verluste keinesfalls aus. Auf ihrer Internetseite www.kaufinpirna.de sind alle Läden, die »Click & Meet« anbieten mit Kontaktdaten und Terminierungsmöglichkeiten aufgelistet. Davon bieten einige Läden ihre Terminbuchungen auch online an. Viele Händler seien glücklich, aber es gibt auch kritische Stimmen, die einen zu hohen finanziellen Aufwand sehen.

Das sagen Pirnas Händler zu »Click & Meet«:

Angelika Staub, Inhaberin vom Lederladen auf der Jakobäerstraße:
»Wir bieten ein eigenes Bestelltool an. Über einen QR-Code am Schaufenster können sich die Kunden direkt online anmelden. Die Terminierung ist für uns von Vorteil, da die Schulranzen-Saison sehr beratungsintensiv ist und man dafür viel Zeit benötigt,« sagt Staub, die aber auch bemerkt hat, dass viele Kunden sehr verwirrt seien und in den geöffneten Laden auch ohne Termin eintreten wollen. »Die Leute wollen gerne kommen, bummeln und reingucken.« Für sie sei es zudem unlogisch, dass Baumärkte und Discounter regulär öffnen dürfen und die kleinen Läden nicht.

Eckhard Gnauk, Herrenausstatter auf der Gartenstraße:
»Click and Meet wird von unseren Kunden bisher sehr gut angenommen. Es macht uns große Hoffnung, dass die Kunden uns nicht verlassen haben und nun alles im Internet bestellen. Sie haben die Zeit abgewartet und sind begeistert, wieder bei uns ins Geschäft kommen zu dürfen. Das ist ein Zeichen großer Wertschätzung für uns«, sagt Gnauk, der jeden Nachmittag an den Öffnungstagen schon fünf bis sechs Termine anbieten konnte.
Weil der Andrang sehr groß sei, konnten die Öffnungszeiten jetzt auch noch einmal erweitert werden (Di., Do., Fr. 14-18 Uhr; Sa. 10-12 Uhr). Auf finanzielle Unterstützung vom Staat wartet er allerdings bis heute.

Ute Arnold, Inhaberin von Stilart – unikate.fabrikate in der Schuhgasse:
»Ich bin froh, dass wir wieder Kunden empfangen dürfen. Die individuelle Beratung zeichnet uns auch gegenüber dem Internet aus. Unsere Kunden freuen sich sehr und ich bin optimistisch, dass die Nachfrage jetzt auch weiter steigen werde. Ich bin so oft wie möglich in meinem Laden, um Präsenz zu zeigen. Die kleinen Geschäfte gehören zur Verkaufskultur. Soziale Kontakte sind zudem sehr wichtig für die Gesundheit der Menschen.«

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