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Die Meister kommen zurück...

Riesa. Der Bundesrat empfiehlt nach 15 Jahren zur Meisterpflicht in den Handwerksberufen zurückzukehren. Die Handwerker sind begeistert. Doch was ändert sich für die Kunden? Wir sprachen mit Jens-Torsten Jacob, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Region Meißen.

2004 hatte die SPD-geführte Bundesregierung unter Gerhard Schröder die Meisterpflicht in 50 von 94 Handwerksberufen abgeschafft. Jeder konnte seit dem beispielsweise in Branchen wie dem Fliesenleger, Parkettleger oder Goldschmied einen Betrieb führen. In einem Antrag Bayerns wird die Regierung gebeten, den verpflichtenden Meisterbrief in allen Handwerken wieder einzuführen, bei denen es fachlich geboten ist und dem EU-Recht nicht entgegensteht.

Die positiven Argumente für die Meisterpflicht, insbesondere Sicherung der Qualität und die Nachwuchsgewinnung, äußerte auch Jens-Torsten Jacob, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft:

Was sagen Sie zur Entscheidung, die Meisterpflicht in Deutschland für viele Handwerksberufe wieder einzuführen?

Ich finde es gut und richtig! Denn neben der meisterlichen Qualität der ausführenden Arbeit, ist das betriebswirtschaftliche Führen eines Betriebes und das Ausbilden von Lehrlingen, Teil der Meisterausbildung. Lasse ich diesen Qualitätsanspruch für das Handwerk weg, muss ich mich nicht wundern, dass es in einigen Gewerken zu erheblichen negativen Veränderungen geführt hat. Die Entscheidung des Kabinetts des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, bei mehr als der Hälfte aller Handwerksberufe die Meisterpflicht abzuschaffen, hatte nicht den gewünschten dauerhaften marktwirtschaftlichen Effekt.

Hat die Qualität der Leistungen ohne die Meisterbindung nachgelassen?

Ja, seit dieser Novellierung der deutschen Handwerksordnung (HwO) 2004 ist in einigen Handwerksbereichen eine gewaltige Qualitätseinbuße zu verzeichnen. Viele Berufe wie etwa Parkett- und Fliesenleger können seither ohne größeren Nachweis der Qualifikation ausgeübt werden. Letztlich führte das zu der Konsequenz, dass durch unzureichende Arbeiten beträchtliche Schäden bei den Kunden aufgetreten sind. Gutachter und Bauexperten hatten und haben sehr viel zu tun. In aller Regel führte diese Regelung auch dazu, dass in »Ein-Mann-Betrieben«, den sogenannten ICH-AG´s, nicht ausgebildet wurde. Jetzt, 15 Jahre danach stellen wir fest, dass es keinen Nachwuchs mehr gibt. Eine logische Fehlentwicklung.

Welche Vorteile ergeben sich für die Kunden?

Wieder mehr Vertrauen in die Qualität der Arbeit. Meister seines Faches heißt eben aber auch eine Firma zu führen und auszubilden zu können. Dass ist ein wichtiger gesellschaftlicher und sozialer Anspruch. Es schafft Arbeits- und Ausbildungsplätze und macht somit die Region lebenswerter. Umsetzung drängt Der Sprecher des Sächsischen Handwerkstages, Klaus Bertram, hofft, dass auch die Bundesregierung und der Bundestag das Vorhaben bestätigen und schnell umsetzen. Das Ziel von 2004 mit der Abschaffung der Meisterpflicht für Handwerksberufe mehr Arbeitsplätze zu schaffen, ist nicht aufgegangen. Zwar stieg die Anzahl der Betriebe, aber die Zahl der Auszubildenden ging zurück. Denn fast alle entstandene Ein-Mann-Betriebe bildeten nicht aus und setzten sich nicht ausreichend für die Wahrung der hohen Qualitätsstandards des deutschen Handwerks ein. 

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Neues Dach für Filmnächte-Areal

Dresden. Seit 20 Jahren ist die Terrasse der Filmnächte am Elbufer überdacht. Jeder, der einmal das Erlebnis Filmnächte genossen hat, wird sich im Zickzack durch die Seile bewegt haben. Das alte Dach war ein Segel, das all jene vor Regen schützte, die sich einen Platz auf der Terrasse gesichert hatten. Nach zwanzig Jahren war es schließlich Zeit, eine neue Überdachung zu installieren: „Wir arbeiteten bereits seit vielen Jahre an der Idee und Umsetzung eines neuen Dachs, das deutlich mehr Gäste vor Wind, Regen und Sonne schützt“, erklärt der Geschäftsführer der Filmnächte, Matthias Pfitzner. Regenschutz auf 1.200 Quadratmetern Jetzt endlich ist es soweit: Die Ämter sind einverstanden mit der Gestalt des neuen Daches, das von der Brühlschen Terrasse aus prominent zu sehen ist. Und auch die notwendigen 600.000 Euro Investitionskosten konnten aufgebracht werden. Über den Gästen wölben sich nach Fertigstellung dann insgesamt 18 Membranfelder, die  1.200 Quadratmeter überspannen. Gestützt wird das Dach von einer Holzkonstruktion. Bei der Gestaltung hat man sich leicht am Vorgängermodell orientiert, das bereits in den letzten zwei Jahrzehnten maßgeblich die Atmosphäre des Open-Air-Festivals ausmachte. Mit Robert Kerbl wurde das gleiche Architektenbüro aus Berlin verpflichtet, das schon für die alte Konstruktion verantwortlich zeichnete. Kerbl und sein Team machten u.a. durch den Bau des „Haus 2019“ des Umweltbundesamts von sich reden, dem ersten Netto-Null-Energie-Bürogebäude des Bundes. Am Projekt waren darüber hinaus die 3dtex GmbH, Sound Light Event und Hoch und Tiefbau Dresden GmbH & Co. KG beteiligt. Für das besonders in der Mitte wesentlich größere Dach wurden von den Partnern ab Mitte März neue Fundamente in das Areal am Königsufer eingelassen.  Aufgrund der langen Vorarbeiten soll das Dach nun ausnahmsweise bis Beginn der Filmnächte am Elbufer stehen bleiben. „Ab der nächsten Saison wird der Aufbau nur noch sieben Tage dauern“, versichert Filmnächte-Geschäftsführer Johannes Vittinghoff. Mit dem weiteren Aufbau des Filmnächte-Areals wird am 3. Juni begonnen.Seit 20 Jahren ist die Terrasse der Filmnächte am Elbufer überdacht. Jeder, der einmal das Erlebnis Filmnächte genossen hat, wird sich im Zickzack durch die Seile bewegt haben. Das alte Dach war ein Segel, das all jene vor Regen schützte, die sich…

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HCR: Sieg zum Saisonabschluss

Großröhrsdorf. Nachdem 446 Zuschauer ein wahres Handballfest in der ersten Hälfte erlebten, wurde es zum Ende noch einmal eng. Der HC Rödertal rettete gegen den TuS Lintfort nach 60 Minuten einen 29:27 (19:10) Sieg. Zum ersten Mal nach langer Verletzungszeit stand Brigita Ivanauskaite wieder im Kader von HCR-Coach Frank Mühlner. Trotz Anwurf für die Gäste feierten die Bienen den ersten Torerfolg der Partie. Nach einem Fehlpassvon Lintfort trieb Tammy Kreibich (4 Tore) den Ball in Richtung des gegnerischen Tors und versuchte selbst abzuschließen. TuS-Torfrau Sabrina Romeike konnte den strammen Wurf nur nach vorne abklatschen lassen, wo Thilde Boesen(1 Tor) bereit stand und zum 1:0 einnetzte. Kurz danach bekam die Kreisläuferin eine Zeitstrafe. Den daudrch vorhandenen Platz nutze Lintfort zum 1:1-Ausgleich. Nachdem die Bienen durch Egle Alesiunaite (4 Tore) wieder in Front gingen, verwertete der TuS zwei Konter zur Führung (2:3 nach acht Minuten). Der HCR war unbeeindruckt –Kreibich und Jessica Jander (3 Tore) erzielten die Tore zum 4:3. Nach dem erneuten Ausgleich übernahm die Mühlner-Sieben das Geschehen auf der Platte und setzte sich mit einem 3:0-Lauf auf 7:4 ab. Der HC Rödertal spielte wie entfesselt. Dererfolgreich abgeschlossene Tempo-Gegenstoß durch Meret Ossenkopp (4 Tore) bedeutete die 11:6-Führung (19. Minute). Die Fans waren begeistert und feierten ihre Mannschaft. In der 21. Minute parierte die wieder glänzend aufgelegte Torfrau Ann Rammer einen Strafwurf der Gäste. Eine Minute später erhöhte Rabea Pollakowski (2 Tore) nach einem Ballgewinn von Victoria Hasselbusch auf 14:8. TuS-Trainerin BettinaGrenz-Klein zog die grüne Karte, um ihre Mannschaft, die völlig von der Rolle war, neu einzustellen. Es brachte nichts ein – die Bienen vergrößerten den Vorsprung mit einem 4:1-Lauf auf 18:9 (28. Minute). Kamila Szczecina (2 Tore)verwertete kurz vor dem Pausenpfiff noch einen Abpraller von Ossenkopp zum 19:10-Zwischenstand. Der HCR war früh aus der Kabine zurück. Ossenkopp eröffnete den zweiten Durchgang mit dem 20:10 nach einem Tempo-Gegenstoß. Julia Mauksch (7/3 Tore) erzielte in der 34. Minute mit einer sehenswerten Einzelaktion das 22:12. Im direkten Gegenzug verkürzte der TuS mit zwei Toren auf 22:14. Die Gäste steckten noch nicht auf und agierten besonders in der Abwehr deutlich aggressiver. Nach 40 Minuten hatten sie sich wieder auf 23:16 herangepirscht. Bienen-Coach Mühlner reagierte und zückte seine zweite grüne Karte. Trotzdem verkürzte Lintfort auf 23:17. Dann hatte Mauksch jede Menge Platz und erhöhte den Vorsprung wieder auf sieben Tore (24:17 nach 43Minuten). Die Gäste sahen ihre Chance. Bis zur 51. Minute war der Vorsprung auf 26:21 geschmolzen.Acht Minuten vor dem Ende durfte Isabel Wolff jubeln, als sie den Ball zum 28:22 über den Block in den Winkel hämmerte. Nach einem 3:0-Lauf war die Mannschaft von Grenz-Klein beim 28:25 in der 55. Minute wieder in Schlagdistanz. Die Fans im Bienenstock spürten, dass die Mannschaft ihre Unterstützung brauchte und erhoben sich von den Sitzen. Die Routiniers Rammer und Alesiunaiteavancierten in der Schlussphase der Partie zu den Matchwinnern. Zunächst parierte die Torfrau einen Strafwurf von Loes Vandewal. Im Gegenzug machte Alesiunaite mit dem 29:25 den Deckel auf die Partie. Den Gästen gelangen in der Schlussphase noch zwei Treffer zum 29:27-Endstand. Nach Abpfiff lagen sich Spielerinnen und Offizielle in den Armen und feierten den langersehnten Sieg. Besonders in der ersten Hälfte spielte die Mühlner-Sieben entfesselt auf und ließ die zuletzt schlechten Vorstellungen in Vergessenheit geraten. In der zweiten Halbzeit verwalteten sie bis zum Ende den großen Vorsprung. Somit beendeten die Rödertalbienen die Saison auf dem neunten Tabellenplatz. HCR-Trainer Frank Mühlner: „Für meine Mannschaft und die Fans ist es natürlich super, dass wir die Saison so beenden konnten. In der ersten Halbzeit haben wir endlich wieder richtig guten Handball gespielt und uns nur auf uns fokussiert. Mit dem großen Vorsprung im Rücken konnte ich dann auch durchwechseln, um fast allen Spielerinnen Einsatzzeit zu geben. Wir beenden die Saison auf einem einstelligen Tabellenplatz. Mit der Rückrunde können wir aber nicht zufrieden sein. Daraus müssen wir unsere Lehren ziehen.“ Florian Triebel Nachdem 446 Zuschauer ein wahres Handballfest in der ersten Hälfte erlebten, wurde es zum Ende noch einmal eng. Der HC Rödertal rettete gegen den TuS Lintfort nach 60 Minuten einen 29:27 (19:10) Sieg. Zum ersten Mal nach langer Verletzungszeit stand…

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