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Kamenz und Görlitz: Krankenhäuser bekommen neuen Träger

Görlitz. Die Malteser-Krankenhäuser in Kamenz und Görlitz werden verkauft. Der neue Träger will alle Mitarbeiter behalten und in die Standorte investieren.

Die Tinte unter den Verträgen ist inzwischen trocken. Vorbehaltlich der üblichen behördlichen Zustimmungen übernimmt die Gesellschaft für Gesundheit und Versorgung Sachsen GmbH (GGS) die Akutkrankenhäuser Kamenz und Görlitz von den Maltesern. Dazu erwirbt das Unternehmen mit Sitz in Hamburg alle Anteile der bisherigen Betriebsgesellschaft, der Malteser Sachsen-Brandenburg gemeinnützige GmbH.

Der Verkauf kommt durchaus überraschend. Zwar hatten die Malteser 2019 angekündigt, sich von sechs Krankenhäusern trennen zu wollen, im Oktober 2020 hieß es dann aber, man habe „den Verkaufsprozess für die Standorte Görlitz und Kamenz gestoppt“. Nun wird also doch verkauft. Dazu sagt Sven Heise, der Geschäftsführer der Malteser Sachsen-Brandenburg gGmbH: „Die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen sind nicht einfach und verlangen ein großes Engagement der Träger. Für die Zukunft braucht es im Gesundheitswesen investitionsfreudige vernetzte Strukturen mit standortübergreifender Spezial-Kompetenz. Mit dem Engagement der GGS werden unsere Krankenhäuser in Kamenz und Görlitz Teil eines solchen Netzwerkes und damit zukunftssicherer und wettbewerbsfähiger.“

Heise bleibt auch nach dem Trägerwechsel als Geschäftsführer erhalten. Unterstützt wird er zukünftig von Lutz Möller, der als weiterer Geschäftsführer hinzutritt und langjährige Erfahrung aus dem sächsischen Gesundheitswesen mitbringt. „Die Substanz der beiden Standorte ist sehr gut. Sie verfügen darüber hinaus jeweils über hervorragende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagt Möller. Beide Standorten böten Möglichkeiten, die gute medizinische Versorgungsqualität weiterzuentwickeln.

Keine betriebsbedingten Kündigungen

Die GGS übernimmt beide Akutkrankenhäuser mit ihren jeweiligen Schwerpunkten. Das Krankenhaus St. Carolus in Görlitz verfügt über 120 Betten und versorgt mit 270 Mitarbeitenden jährlich rund 4.800 stationäre Patientinnen und Patienten. Das Krankenhaus St. Johannes in Kamenz verfügt über 160 Betten und versorgt mit 330 Mitarbeitenden jährlich rund 7.600 stationäre Patientinnen und Patienten. In zwei medizinischen Versorgungszentren, einem Schlaflabor und zwei Notaufnahmen werden zusätzlich jährlich rund 20.000 ambulante Patienten versorgt. Die Krankenhäuser St. Johannes in Kamenz und St. Carolus in Görlitz wurden als konfessionelle Krankenhäuser gegründet und bis heute in christlicher Prägung geführt. Diese christliche Prägung wird auch nach dem Trägerwechsel erhalten bleiben. Die GGS schließt betriebsbedingte Kündigungen für die nächsten 2,5 Jahre aus und wird alle 600 Mitarbeitenden weiter beschäftigen. Man wolle die beiden Krankenhäuser langfristig weiter betreiben, deswegen alle Mitarbeiter halten. Darüber hinaus seien signifikante Investitionen geplant, um „Modernisierung und Digitalisierung voranzutreiben und gegebenenfalls bauliche Veränderungen vorzunehmen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Investitionshöhe werde mittelfristig einen mehrstelligen Millionenbetrag erreichen.

Verena Hölken, Geschäftsführerin Malteser Deutschland betont, dass es vorrangiges Ziel sei, die medizinische Versorgung für die Menschen vor Ort an beiden Standorten sicherzustellen und den Mitarbeitenden eine langfristige sowie sichere Perspektive zu bieten. Dies sei durch die Übertragung an die GGS geglückt. „Wir werden natürlich auch in der jetzigen Corona-Situation alles tun, um die Konzentration der Mitarbeitenden allein auf ihre lebenswichtige Hilfe für die Patientinnen und Patienten zu ermöglichen. Der Trägerwechsel soll sie nicht belasten, sondern ihnen die Sicherheit geben, dass ihre wertvolle und aufopfernde Arbeit sehr geschätzt und auch künftig benötigt wird“, so Hölken.

Der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu betonte nach Bekanntwerden des Verkaufs, dass das St. Carolus ein wichtiger Standort der medizinischen Versorgung in Görlitz bleiben soll: „Nach viel Unsicherheit sind für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nun Stabilität und eine langfristige Zukunftsperspektive entscheidend.“ Mit den neuen Eigentümern hat die Stadt bereits Kontakt aufgenommen und will Gespräche über eventuelle Kooperationsmöglichkeiten zwischen dem Städtischen Klinikum und dem St. Carolus Krankenhaus führen.

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