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Görlitzer Krankenhaus soll verkauft werden

Görlitz. Die Malteser wollen sechs Krankenhäuser, darunter auch die Häuser in Görlitz und Kamenz, verkaufen. Erste Gespräche mit potentiellen Käufern wurden schon geführt.

Man wolle das „Engagement bei Akutkrankenhäusern“ reduzieren. Ziel sei es, die „Medizinische Versorgung auf hohem Niveau langfristig sicherzustellen“. Es sind die üblichen blumigen Phrasen, die man eben so schreibt, wenn es schlechte Nachrichten gibt. So geschehen in einer Pressemitteilung der Malteser, die vergangene Woche viele Menschen überraschte. Sechs Krankenhäuser, darunter das St. Carolus in Görlitz und das St. Johannes in Kamenz, sollen verkauft werden. Erste Gespräche mit potentiellen neuen Eigentümern hätten bereits stattgefunden.

In Görlitz traf diese Ankündigung alle Beteiligten unvorbereitet. So sagte beispielsweise der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu: „Die Nachricht, dass die Malteser Deutschland gGmbH unter anderem das Görlitzer St. Carolus-Krankenhaus verkaufen will, kam sehr überraschend. Nach zahlreichen Gesprächen in den vergangenen Monaten schien der Görlitzer Standort auf einem guten Weg mit klaren Zukunftsplänen zu sein.“ Das Krankenhaus hatte bereits 2018 vor einem Verkauf oder auch der Schließung gestanden. Die neue Führung bei den Maltesern hielt aber zunächst am Standort fest, er sollte neu Ausgerichtet werden. Wie es aus dem Rathaus heißt, seien die „klaren Zukunftspläne mehrfach von der Führungsebene der Malteser zugesichert“ worden und waren auch Grundlage eines Gesprächs mit der Geschäftsführung des St. Carolus-Krankenhauses zu weiteren Entwicklungs- und Kooperationsmöglichkeiten Anfang vergangener Woche. „Die Enttäuschung darüber, dass nun ein anderer Weg eingeschlagen wird, ist groß. Dass darüber von den Maltesern zunächst in den Medien informiert wurde, hat viel Vertrauen zerstört. Fest steht, dass das St. Carolus-Krankenhaus neben dem Städtischen Klinikum wichtig für die medizinische Versorgung für Görlitz und die Region ist. Wir werden dafür kämpfen, dass es eine gute Lösung gibt, um die Arbeitsplätze erhalten zu können“, so Octavian Ursu.

Auch die Landesregierung wusste nach eigenen Angaben nichts von den Verkaufsplänen. In einem Statement des Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz heißt es: „Die Absicht der Malteser, die beiden Krankenhäuser in Görlitz und Kamenz zu verkaufen, kam völlig überraschend und wurde nur über die Medien kommuniziert. In den letzten Monaten wurde alles getan, um die Krankenhausstandorte zu unterstützen. Es ist wichtig, dass die medizinische Versorgung gesichert ist und dafür muss jetzt alles getan werden. Die Malteser müssen ihre Verantwortung für die beiden Standorte wahrnehmen und mit allen Beteiligten sofort das Gespräch suchen. Nicht zuletzt ist es eine Frage der Wertschätzung, Anerkennung und des Vertrauens für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beiden Krankenhäuser, dass sie sichere Zukunftsoptionen haben.“

Wie es jetzt weitergeht, ist offen. Die Malteser werden weiter mit potentiellen Käufern reden. Ziel sei es laut Pressemitteilung, die Gespräche im ersten Quartal 2020 abzuschließen. Einen möglichen Käufer brachte der CDU-Stadtverband Görlitz nach Bekanntwerden der Verkaufsabsicht ins Spiel.Er fordert, dass „Aufsichtsrat und Geschäftsführung des Städtischen Klinikums unverzüglich die Option des Kaufes des St.-Carolus-Krankenhauses prüfen“. Ziel müsse es sein, die Arbeitsplätze und den Krankenhausstandort in Rauschwalde zu sichern. Auch die Afd-Fraktion im Görlitzer Stadtrat fordert, einen möglichen Kauf zu prüfen.

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Neuartiger Asphalt für Bahn-Unterführung

Cottbus. Eine längere Lebensdauer der Fahrbahn und damit einhergehende eingesparte Reparaturkosten erhofft sich die Stadt Cottbus von einem neuartigen Asphalt an der Nordrampe der Sandower Unterführung. Dieser wasserdurchlässige Asphalt - auch Drainasphalt genannt - soll das Wasser effizienter abfließen lassen. »Es ist ein offenporiger Asphalt mit vielen kleinen Hohlräume. Die ergeben sich durch einen hohen Anteil grober Gesteinskörnung«, erklärt Joachim Kollakowski, Teamleiter Brücken in der Stadtverwaltung. »Probleme verursacht hier am Trog vor allem das Grundwasser. Es drückt durch die Fugen.« Hydrologische Untersuchungen aus dem Jahr 1969 würden laut Kollakowski auf eine alte Wasserader in diesem Gebiet verweisen. »Der Bau aus dem Jahr 1979 ist damals nicht optimal abgedichtet worden. Mit dem neuen Asphalt hoffen wir, dass wir das jetzt für die kommenden zehn bis 15 Jahre in den Griff bekommen.« Wie Kollakowski informiert, soll neben dem neuartigen Asphalt auch eine Kastenrinne am Straßenrand zusätzlich den Wasserablauf erleichtern. »Sie leitet das Wasser nach unten, damit es dann in die Spree gepumpt werden kann. Die Technik dafür läuft seit 1979 gut. Sie wird ständig gewartet«, erklärt Kollakowski. Wie er berichtet, investiert die Stadt Cottbus 180 000 Euro in die aktuelle Maßnahme, die mit dem Abtragen der alten Asphaltschicht Anfang August begonnen hatte. In Zukunft komme man jedoch um ein neues Bauwerk nicht herum. »Es wird seit Jahren beobachtet. Dabei wurde festgestellt, dass das Bauwerk jährlich ein Millimeter nach oben wächst und die Flügel nach außen gedrückt werden. Die Standsicherheit ist jedoch nicht gefährdet«, sagt Joachim Kollakowski und fügt an, dass ein Neubau des Trogbauwerkes auf rund 50 Millionen Euro geschätz wird.Eine längere Lebensdauer der Fahrbahn und damit einhergehende eingesparte Reparaturkosten erhofft sich die Stadt Cottbus von einem neuartigen Asphalt an der Nordrampe der Sandower Unterführung. Dieser wasserdurchlässige Asphalt - auch Drainasphalt…

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