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Stadtwerke eröffnen Kundenbüro in Zgorzelec

Görlitz. Die Görlitzer Stadtwerke haben ein Kundenbüro in Zgorzelec eröffnet. Ein grenzüberschreitender E-Bike-Verleih wurde schon realisiert, weitere Angebote sollen folgen.

Alles begann Anfang 2018, als die Stadtwerke Görlitz ein Pilotprojekt in Polen starteten. Zunächst mit dem Vertrieb von Strom und Gas für Geschäftskunden.  „Durch die Grenzlage hatten wir nur einen halben Aktionskreis. Das Kundenpotenzial östlich der Neiße blieb bis dahin ungenutzt. Mit diesem Projekt wollten wir testen, inwiefern wir unser Vertriebsgebiet erweitern konnten“, sagt Sascha Caron, Vertriebsleiter bei den Görlitzer Stadtwerken. Mit Erfolg, in wenigen Monaten konnten die Stadtwerke mehrere Großkunden gewinnen. „Wir haben unsere Ziele übertroffen, was uns ermutigt hat, unsere Aktivitäten zu verstärken“ ergänzt der Vertriebsleiter.  

Zeitgleich mit der Überlegung der Stadtwerke nahmen Rafal Gronciz, Bürgermeister von Zgorzelec und Siegfried Deinege, zu dem Zeitpunkt noch Görlitzer Oberbürgermeister, Kontakt mit Stadtwerkevorstand Matthias Block auf, mit der Bitte, dass in Görlitz bereits existierende E-Bike-Vermietungsangebot der Stadtwerke auf Zgorzelec zu erweitern. „Eine spannende Anfrage. Seit Jahren fördern wir die Elektromobilität in Görlitz mit unseren E-Bike- & E-Car-Sharing-Angeboten. Die Erweiterung macht unser Angebot attraktiver und unterstreicht den Europastadt-Gedanken“, so Matthias Block. 

Die Eröffnung des neuen Kundenbüros auf der Warszawska 29 in Zgorzelec war letztendlich nicht so einfach wie gedacht: „Obwohl unser neues Kundenbüro weniger als drei Kilometer von unserem Hauptstandort am Demianiplatz entfernt ist, sind wir in einem anderen Land aktiv. Es handelt sich somit um eine internationale Aktivität, wo es andere Regeln zu beachten gibt“, erklärt Matthias Block. Doch alle Hürden wurden genommen. Das Kundenbüro öffnete am 21. Oktober seine Türen.

Der Zgorzelecer Bürgermeister Rafal Gronicz freut sich über die Entscheidung der Stadtwerke: „In den letzten Monaten haben wir eng mit den Stadtwerken zusammengearbeitet. Dabei waren die Stadtwerke immer offen für unsere Ideen. Das heutige Ergebnis ist nicht nur eine Bereicherung für Touristen und Bürger von Zgorzelec, es ist ein Beweis, dass die Europastadt gelebte Praxis ist“. Das bekräftigt auch der ehemalige Görlitzer Oberbürgermeister Siegfried Deinege, der das Projekt noch in seiner Amtszeit intensiv verfolgt hatte: „Dieser Schritt ist nicht selbstverständlich. Viele Unternehmen sehen die Grenze noch als Barriere. Mit der Eröffnung ihres Kundenbüros in Polen stellen die Görlitzer Stadtwerke erneut ihren Pioniergeist unter Beweis“.  

E-Bike-Vermietung per Smartphone-App

Die Zeit von der Idee bis zur Eröffnung des Büros nutzten die Stadtwerke um ihre E-Bike-Vermietung zu modernisieren. „Wir haben sowohl die Anzahl der E-Bikes als auch die Anzahl der Vermietstationen erhöht“, erklärt Sascha Caron. So können Kunden künftig die E-Bikes an drei Stationen ausleihen: in beiden Kundenbüros der Stadtwerke in Görlitz und Zgorzelec und im Restaurant Vierradenmühle, direkt an der Neiße. Der Mietvorgang erfolgt per Smartphone-App. Alle verfügbaren E-Bikes kann der Nutzer an den jeweiligen Stationen jederzeit von zu Hause oder unterwegs sehen und reservieren. Vorausgesetzt der Kunde registriert sich vorher bei den Stadtwerken. Flex e Bike, so der Name des grenzüberschreitenden E-Bike-Verleihs, soll nicht das letzte Angebot der Stadtwerke in Polen sein. Weitere Ideen sind vorhanden. Hierzu führen die Stadtwerke aktuell Gespräche mit Interessenten in Polen. „Auch die Erweiterung auf E-Car-Sharing wird aktuell geprüft“, so Matthias Block.  „Doch ein Schritt nach dem anderen. Erstmal wollen wir Erfahrung mit Flex e Bike sammeln und freuen uns auf das Feedback unserer Kunden“.

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Schulsporthallen bleiben geschlossen

Senftenberg. Die Stadt Senftenberg musste sich entscheiden, die Schulsporthallen und schulischen Außensportanlagen vor Beginn der Schulferien am 24. Juni nicht wieder für die Vereinsnutzung zu öffnen. Darüber informierten Bürgermeister Andreas Fredrich und Amtsleiter Falk Peschel am Mittwoch im Ausschuss Soziales Bildung, Kultur und Sport. Hintergrund dieser Entscheidung ist der Umstand, dass für die Nutzung der insgesamt sechs Schulsporthallen durch die Stadt Reinigungs- und Hygienekonzepte festgeschrieben werden müssten, für deren Umsetzung die Stadt in der Verantwortung steht. Vor jedem Nutzerwechsel müssten demzufolge die Hallen gereinigt werden, unabhängig davon, wie lange dort Sport getrieben wurde, also auch nach einer Nutzung von beispielsweise nur einer Stunde. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt wären in der Pflicht dies zu überwachen. Aufgrund der Nutzungszeiten bis zum Teil 22 Uhr kann dies nicht gewährleistet werden. Zudem wäre ohnehin nur die Ausübung so genannter kontaktloser Sportarten zulässig, beispielsweise Tischtennis. Darüber hinaus würden die Schulsporthallen mit Beginn der Schulferien am 24. Juni ohnehin wieder geschlossen. Es handelt sich also lediglich um einen Zeitraum von dreieinhalb Wochen, in dem die Schulsportanlagen durch Dritte genutzt werden könnten. Laut einer neuen Fassung der Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie wäre die Nutzung durch Dritte beziehungsweise durch Vereine theoretisch wieder möglich. Die Stadt Senftenberg hofft vor diesem Hintergrund auf Verständnis in der Bevölkerung und insbesondere bei den betroffenen Vereinen. »Der Gesundheitsschutz hat stets höchste Priorität«, erklärt Bürgermeister Andreas Fredrich. Bei der Entscheidung gehe es zudem darum, die Verhältnismäßigkeit von Nutzen, Zeit und Aufwand zu berücksichtigen. Aufgrund der nicht in Anspruch genommenen Nutzungstage seit dem 17. März 2020 bis zum 24. Juni 2020 (Schuljahresende) werden die Nutzungsgebühren neu berechnet und gegebenenfalls bereits gezahlte Nutzungsgebühren zurückerstattet. Dies soll spätestens nach Schuljahresende erfolgen.Die Stadt Senftenberg musste sich entscheiden, die Schulsporthallen und schulischen Außensportanlagen vor Beginn der Schulferien am 24. Juni nicht wieder für die Vereinsnutzung zu öffnen. Darüber informierten Bürgermeister Andreas Fredrich und…

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