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Krankes Gesundheitssystem

Sachsen. Wie steht es um den Patienten »Gesundheitssystem«? Akteure, Betroffene und Verantwortliche äußern sich zur Lage in der Region.

Laut OECD, der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, hat Deutschland eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt. Aber es ist seinen hohen Preis nicht wert. Ein vernichtendes Urteil, wenn auch nicht sonderlich überraschend. Denn wer Geschäftsführer der lokalen Krankenhäuser fragt, wer versucht einen Hausarzt zu finden oder ganz banal einen Termin für eine Untersuchung braucht und auf ein halbes Jahr vertröstet wird, bekommt eine vage Ahnung davon, dass unser Gesundheitssystem alles sein mag, nur eben nicht gesund.

Zwischen Kostendruck und Personalmangel

WochenKurier wird in den nächsten Ausgaben ein Bild der Lage beschreiben, basierend auf den Aussagen von Jörg Scharfenberg (Geschäftsführer des Lausitzer Seenland Klinikums) und Andreas Grahlemann (Geschäftsführer der Managementgesellschaft Gesundheitszentrum des Landkreises Görlitz mbH). Wir sprachen mit dem MDK (der sogenannten Gesundheitspolizei), hörten die Einschätzungen von Diplom-Pflegewirten, Apothekern, Politikern und Amtsärzten.

Doch der Reihe nach. Ostdeutschland, die gegenwärtige Situation: Greise Hausärzte suchen verzweifelt Nachfolger, Pflegeeinrichtungen ringen um Personal, Pfleger klagen über geringe Wertschätzung und schlechte Bezahlung. Durch die Medien geistern immer wieder Artikel vom steigenden wirtschaftlichen Druck auf die Krankenhäuser. Grund sei ein »massiver Anstieg der Rechnungskontrollen durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen«, wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) berichtet.

Beginnen wir unsere Visite des Patienten »Gesundheitssystem« mit einem Blick auf sein erstes Wehwehchen, namens MDK. Der »Medizinische Dienst der Krankenkassen« wurde eigentlich installiert, um im Auftrag der Krankenkassen zu überprüfen, ob Diagnosen und Therapien korrekt kodiert wurden. Dazu eine interessante Zahl: »2017 haben die MDK bundesweit etwa 2,8 Millionen Krankenhausabrechnungen geprüft. Für etwa die Hälfte der Fälle stellten sie eine nicht korrekte Abrechnung fest«, berichtet Diana Arnold, Mitarbeiterin beim MDK Sachsen.

Die Hälfte aller Abrechnungen sind falsch, wurden beanstandet und die Honorierung der Leistungen dementsprechend nicht an die behandelnden Einrichtungen überwiesen. Im Fall eines Krankenhauses in Oberhausen waren dies auf einen Schlag 2,5 Millionen Euro, die einfach fehlten. Um nicht ins Minus zu rutschen, wurde Klinik-Personal entlassen, Fusionen und die Verdichtung der Arbeit sind im Gespräch. Wie kann es dazu kommen? Sind die Kliniken nicht fähig, die Vorgaben umzusetzen und ordentlich abzurechnen?

Die überraschenden und ehrlichen Antworten sowie die Zuschriften unserer Leser lesen Sie in den Artikeln, die wir fortan wöchentlich zu diesem Thema veröffentlichen. Die entsprechenden Links finden Sie am linken Bildschirmrand (in der Desktopdarstellung)...

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Üben am Baumbiegesimulator

Hagenwerder. Nach einem Sturm sind entwurzelte Bäume, die Straßen blockieren oder Gebäude versperren, keine Seltenheit. Oftmals steht das Holz aufgrund seines Eigengewichts dabei unter enormer Spannung und stellt Rettungskräfte vor ganz besondere Herausforderungen. Um gut für diesen Ernstfall gewappnet zu sein, übten Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren am vergangen Samstag (9. Februar) nach mehrjähriger Pause erstmalig wieder an einem Baumbiegesimulator. „Hier können alle Spannungen, Zug und Druck im Stamm simuliert werden“, erklärt der erste Stellvertreter des Kreisbrandmeisters, Peter Seeliger, der als Hilfsausbilder bei der Schulung anwesend war. „Die Kameraden lernen in der Ausbildung, worauf sie unter diesen Umständen achten müssen und erlernen besondere Schnitttechniken.“ Damit die Schulung den neuen Vorgaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) entspricht, hat der Landkreis Görlitz eigens einen Baumbiegesimulator beschafft. Dieser war am Samstag erstmalig im Einsatz. Er ist auf einem Anhänger montiert und wird zukünftig bei der Ausbildung der Freiwilligen Feuerwehren eingesetzt. Das Gerät steht fortan flächendeckend im gesamten Landkreis für Schulungen zur Verfügung. Bereits im Mai wird es einen weiteren Motorsägenlehrgang in Zittau geben. Insgesamt plant der Landkreis vier bis fünf Lehrgänge für jeweils zwölf Teilnehmer pro Jahr, um peu à peu dazu beizutragen, dass die vom Gesetzgeber vorgeschriebene Schulung für alle Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren ermöglicht werden kann. An der jüngsten Schulung in Hagenwerder, die durch Christian Hanzig von der Berufsfeuerwehr Görlitz durchgeführt wurde, nahmen zwölf Feuerwehrleute teil. Die Ausbildung wird durch den Landkreis für die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren durchgeführt, damit diese bei Sturmschäden oder sonstigen Hilfeleistungen sowie auch bei Bränden die Motorkettensäge einsetzen dürfen. Neben den Übungen am Baumsimulator standen auch Baumfällungen und Entästungen auf dem Schulungsprogramm.Nach einem Sturm sind entwurzelte Bäume, die Straßen blockieren oder Gebäude versperren, keine Seltenheit. Oftmals steht das Holz aufgrund seines Eigengewichts dabei unter enormer Spannung und stellt Rettungskräfte vor ganz besondere…

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