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Bunt, ungewöhnlich und hoffnungsvoll

Ein klares Zeichen für Toleranz und respektvollen Umgang mitten in Heidenau

  Für zwei Monate hat Heidenau ein neues „Wahrzeichen“. Auf der Wiese gegenüber vom Busbahnhof  sind die elf Buchstaben, je 2,27 m hoch und 15 m lang, nicht zu übersehen. MITEINANDER ist dort zu lesen. Das riesige Kunstwerk aus Stahl wiegt 1,5 Tonnen. Es ist aber nicht das physikalische Gewicht allein, dass dieses Kunstwerk so einmalig macht. Viel gewichtiger dahinter ist die Idee. Initiiert wurde das Projekt von Künstlern und Unternehmern der Region.  „MITEINANDER haben wir die Idee entwickelt und umgesetzt. MITEINANDER haben wir das Werk aufgebaut und bemalt. MITEINANDER wollen wir es nutzen und Menschen zueinander bringen“, beschreibt es der Künstler Olaf Stoy. Geschaffen hat die Wortskulptur der deutsch-türkische Metallkünstler Hüseyin Arda aus Berlin, der regelmäßig in Dorfhain arbeitet: „Wir wollen mit unserer Aktion eine Wertedebatte anstoßen, Stoff zum Diskutieren liefern, für Toleranz werben. Jeder ist Ausländer, fast überall. Wir wollen wieder in eine respektvolle Kommunikation finden, fernab von abwertenden Äußerungen und Beschimpfungen. Die Herausforderungen der weltweiten Flüchtlingsthematik lassen sich nur gemeinsam lösen.“ Heidenau war in den vergangenen Wochen wiederholt in den Schlagzeilen durch ausländerfeindliche Ausschreitungen rund um die Asylunterkunft im ehemaligen Praktiker-Baumarkt. Dieses Denkmal soll vor allem auch den Dialog das Miteinander-reden in der Stadt anstoßen. Dutzende Heidenauer – aus Vereinen und Initiativen, aber auch Familien mit Kindern waren zur Einweihung gekommen und  bemalten und besprühten gemeinsam die großen Buchstaben. „Wir haben uns sehr über die Anfrage gefreut, ob wir als Stadt einen zentralen Standort zur Verfügung stellen können. Die Skulptur symbolisiert unsere Überzeugung, die wir hier vor Ort leben: Wir können es nur MITEINANDER schaffen. Außerdem bildet das Projekt eine Klammer für viele kleine Gesten und Initiativen, auf denen wenig mediale Aufmerksamkeit liegt“, betont Bürgermeister Jürgen Opitz. So gibt es Patenschaften für Flüchtlingsfamilien und Deutschunterricht durch Ehrenamtliche in Heidenau.  Oder der Jugendbeirat  stellte zusammen mit der Werbeagentur Kuntzsch Schablonen her, mit denen MITEINANDER in 18 verschiedenen Sprachen auf die Skulptur gesprüht wurde. Unternehmer Jens Jähnig hat sich als Organisator um die Finanzierung gekümmert und Sponsoren akquiriert. „Ende August haben wir die Idee geboren. Danach habe ich Geschäftspartner und befreundete Unternehmen angerufen und um Unterstützung gebeten. Nur zwei Wochen später hatte ich 15 Firmen aus ganz Deutschland zusammen. Manchmal ist es eben wichtig, einfach loszulegen und anzupacken“, ist er überzeugt. Das Projekt soll  mit einer Skulptur in Freital mit dem Namen FRIEDEN im November eine Fortsetzung finden.                   (caw)


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