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Vom Pionierlager zum Querxenland

Das Querxenland wird 70 Jahre alt. Groß gefeiert wird coronabedingt nicht.
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Seit mehr als sieben Jahrzehnten begrüßt das Kinder- und Jugenderholungszentrum in Seifhennersdorf jährlich zahlreiche Ferienkinder. Foto: Thomas Schlorke

Seit mehr als sieben Jahrzehnten begrüßt das Kinder- und Jugenderholungszentrum in Seifhennersdorf jährlich zahlreiche Ferienkinder. Foto: Thomas Schlorke

Im Feriensommer 2021 verwandelt sich das KiEZ Querxenland in einen bunten Urwald und lädt zum „Großen Dschungelabenteuer reloaded“ ein. Vor 70 Jahren sah das noch etwas anders aus. Die Ferienkinder kamen damals als Pioniere und unter politischer Führung nach Seifhennersdorf. Früh um 7 Uhr ging es zum Sportmarsch, anschließend waschen und bereit machen zum Morgenappell. Nach dem Frühstück begann die Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften, wo unter anderem Zeltgärten angelegt wurden. Geschlafen wurde in großen Stoffzelten. Bevor das KiEZ Querxenland zu dem wurde, was es heute ist, durchlief es also einen beachtlichen Werdegang. Die Geschichte lässt sich zurückverfolgen bis einem Webstuhlbauer aus Neugersdorf. Dieser legte auf dem heutigen Gelände einen Wildpark an. Im Jahr 1945 wurde er jedoch enteignet und eine Kleingartensiedlung entstand. 1949 beschloss der DDR-Ministerrat, ein Pionierlager zu eröffnen. Gemeinsam mit Udo Bursy (als Wirtschaftsleiter) und dem VEB Waggonbau Bautzen (als Träger) entstand so 1950/51 das Zentrale Pionierlager „Rosa Luxemburg“ (ZPL). Fortan verlebten hier 3000 Kinder jährlich ihre Ferien. 1980 übernahm Rüdiger Schaper die Leitung. Von nun an kamen stetig neue Gebäude und Freizeiteinrichtungen hinzu. So entstanden z.B. neue Bettenhäuser, ein Wohnhaus, der Kindergarten, eine Krankenstation und Sanitäreinrichtungen, eine BMX-Strecke, Abenteuerspielplatz, Mehrzwecksportfeld und Spielecenter. Dann kam die Wende und die Einrichtung wurde im Dezember 1990 durch den Waggonbau Bautzen zunächst geschlossen. Das durfte so nicht bleiben, deswegen gründete sich am 26. März 1991 der Verein Kindererholungszentrum Seifhennersdorf. Von da an waren die Sagenfiguren der Oberlausitz Namensgeber und das „Querxenland“ war geboren. Geschäftsführer blieb Rüdiger Schaper.

15000 Gäste jährlich

Bis heute gehört das Querxenland mit jährlich ca. 15000 Gästen und 50000 Übernachtungen zu einer der größten Gruppenunterkünften Deutschlands. Vor kurzem stand eine große Veränderung an.  Am 1. Juli übergab Rüdiger Schaper nach 41 Dienstjahren den Posten des Geschäftsführers an Thomas Lehmann. Bis zum Jahresende arbeiten beide dennoch Hand in Hand zusammen weiter. Die Einarbeitung erfolgte bereits seit Beginn des Jahres.  Durch Corona, Kurzarbeit und fehlende Gäste war dies jedoch nicht so einfach. Seit 11. Juni dürfen nun wieder Gäste im Querxenland begrüßt werden. Obwohl Rüdiger Schaper in diesem Jahr in den Ruhestand geht, bleibt er dem Querxenland weiterhin erhalten. So ganz ohne seinem KiEZ kann er nicht leben.  Ehrenamtlich arbeitet er weiterhin in den Vorständen des Querxenland-Vereins, des Landesverbandes und beim TGG Naturpark Zittauer Gebirge mit. Zum Ferienlager-Jubiläum dürfen sich dieses Jahr alle Ferienlager-Kinder über eine kleine Überraschung freuen. Von einer großen Feier sieht man auf Grund der unsicheren Corona-Lage jedoch ab. Was viele nicht wissen ist, dass für die zahlreichen Feriencamps auch immer kompetente und gut ausgebildete Betreuerinnen und Betreuer benötigt werden. Gut ausgebildet heißt: nach den bundeseinheitlichen „Juleica“-Ausbildungsrichtlinien, die man bei einer Schulung erworben haben muss. Betreuer können all diejenigen werden, die einen Ferienjob, einen Praxistest für den Berufseinstieg oder einen Zeitvertreib in der Kinder- und Jugendarbeit suchen.


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