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Ukrainer bekommen freien Eintritt in den Görlitzer Sammlungen

Görlitz. Die Görlitzer Sammlungen erweitern ab April ihre Öffnungszeiten und bieten Montag und Freitag wieder Führungen an. Geflüchtete aus der Ukraine zahlen keinen Eintritt.
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Blick in den historischen Büchersaal.

Blick in den historischen Büchersaal.

Foto: Sandra Faßbender

In einer Geste der Solidarität öffnen die Görlitzer Sammlungen ihre Häuser und Ausstellungen kostenfrei für geflüchtete Menschen aus der Ukraine. Der Einlass soll unbürokratisch erfolgen: Die Ausstellungen im Barockhaus, Kaisertrutz und ab 1. April auch im Reichenbacher Turm können zu den regulären Öffnungszeiten unter Vorlage eines gültigen ukrainischen Ausweisdokuments an der Kasse bis auf Weiteres kostenfrei besucht werden. Das Angebot ist unter Vorlage eines entsprechenden Nachweises für alle geflüchteten Menschen aus der Ukraine gültig. "Wir können den Betroffenen leider nicht ihre Angst und Sorgen nehmen. Als Kultur- und Bildungseinrichtung wollen wir aber gern unseren Beitrag dazu leisten, dass die Menschen Ablenkung erfahren und ihren Aufenthalt mit dem Erlebnis von Kultur gestalten können", erklärt der Direktor der Görlitzer Sammlungen, Dr. Jasper v. Richthofen.
 

Erweiterte Öffnungszeiten und Führungen

 
Aktuell sind die genannten Einrichtungen von Dienstag bis Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet. Die Öffnungszeiten werden aber ab 1. April erweitert. Dann sind rBarockhaus Neißstraße, Kaisertrutz und Reichenbacher Turm Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 17 Uhr und von Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Auch am Ostermontag (18. April) öffnen sich die Türen zwischen 10 und 17 Uhr. Zugleich bieten die Görlitzer Sammlungen im Zeitraum von April bis Oktober wieder 11-Uhr-Montags- und Freitagsführungen an.
 
Montags-11-Uhr-Führung durch die Räume der Oberlausitzischen Bibliothek
Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften entstand 1950 durch die Vereinigung der Bibliothek der 1945 aufgelösten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften mit der Milichschen Stadt- und Gymnasial-Bibliothek. Heute ist sie ein modernes Informationszentrum zur Geschichte und Gegenwart der Stadt Görlitz, der Oberlausitz und Niederschlesiens. Mehr als 140.000 Bände im Bestand dokumentieren die Geschichte und Kultur, Kunst, Natur, Wirtschaft und Gesellschaft der Region zwischen Dresden und Breslau. Am Schließtag des Museums laden die Görlitzer Sammlungen zu einer besonderen Führung durch die Räume der Oberlausitzischen Bibliothek ein. Nach einer kurzen Einführung am Sitz der Bibliothek, Handwerk 2, führen die Mitarbeiter die Gäste in die Milich´sche Bibliothek und abschließend in den historischen Büchersaal der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften im Museum Barockhaus Neißstraße 30. Er wurde nach dem Vorbild der Franckeschen Stiftungen in Halle und adliger Privatbüchereien in Mitteldeutschland und Schlesien errichtet und gehört heute zu den schönsten Bibliotheksräumen Deutschlands. Die Triumphbögen des Wissens, die den Saal kulissenartig gliedern, sind mit rund 20.000 Bänden gefüllt.
Treff: Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften, Handwerk 2
Kosten/Person: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro 
Hinweis: Der historische Büchersaal kann zu den regulären Öffnungszeiten des Kulturhistorischen Museum auch individuell besichtigt werden. Am Ostermontag wird deshalb keine Führung angeboten. 
 
Freitags-11-Uhr-Führung durch das Biblische Haus
Die Görlitzer Sammlungen laden ab 1. April bis Oktober freitags 11 Uhr zu einer Führung durch das Biblische Haus, Neißstraße 29, ein. Das Biblische Haus ist eines der bedeutendsten deutschen Bürgerhäuser aus der Renaissancezeit in Görlitz. Es wurde 1570 von der aus Weimar stammenden Familie Heinze errichtet. Namensgebend waren die straßenseitig angebrachten Fassadenreliefs, die Szenen aus dem Alten und aus dem Neuen Testament darstellen. Das Sitznischenportal hebt sich durch die flankierenden Säulen von anderen Görlitzer Portalen dieses Typs ab. Der ehemals vorhandene Giebel fiel 1726 einem Stadtbrand zum Opfer. An der hofseitigen Fassade haben sich Reste einer Sgraffitogestaltung erhalten. Im Inneren weist das Biblische Haus typische Hallenhausstrukturen auf, von besonderer Schönheit ist die schmale Zentralhalle. Im ersten Zwischengeschoss befindet sich ein prächtiger Renaissancesaal mit einer bemalten Holzbalkendecke. Von einem Vorgängerbau stammt ein ungewöhnlicher, fast quadratischer Gewölberaum im Erdgeschoss. Dessen vier Kreuzgewölbe stützen sich in der Mitte auf einen aus Granit gefertigten Pfeiler mit achteckigem Grundriss.
Treff: Kasse Museum Barockhaus, Neißstraße 30
Kosten/Person: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro