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Schlesien nach dem Zweiten Weltkrieg

Görlitz. Im Schlesischen Museum widmet sich ein neuer Bereich Schlesien in den Jahrzehnten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine neue Kinder-Insel soll den jungen Besuchern Spaß bringen.

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Fronleichnamprozession in Schwientochlowitz in Oberschlesien. Nur noch in wenigen Orten tragen die Teilnehmer einer Prozession die alten Trachten.

Fronleichnamprozession in Schwientochlowitz in Oberschlesien. Nur noch in wenigen Orten tragen die Teilnehmer einer Prozession die alten Trachten.

Foto: Fot. Grzegorz Celejewski / Agencja Wyborcza.pl

Görlitz. Das Schlesische Museum in Görlitz hat einen neuen digitalen Ausstellungsbereich. Darin wird gezeigt, wie sich Schlesien in den Jahrzehnten seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verändert hat. Ein polnisch-deutsches Wissenschaftlerteam hat seit 2020 an der Erstellung einer App gearbeitet, die mehr als 600 Fotos, 15 historische und neu produzierte Filme, Tonaufnahmen und zahlreiche thematische Karten bietet. Mehr als 30 Themen können die Besucher in deutscher, polnischer und englischer Sprache aufrufen. Dafür stehen Tablets im Lichthof des Museums zur Verfügung.

 

Die neuen digital dargebotenen Beiträge richten ihr Hauptaugenmerk auf die schlesische Geschichte in Polen – auf die Themen Politik, Wirtschaft, Kirche und Religion, Kultur und Natur sowie Sport und Tourismus. Zudem wird ein Blick auf das tschechische Schlesien geworfen und nicht zuletzt die Situation der Schlesier in Deutschland gezeigt. „Die Erstellung der App war für uns eine große Herausforderung, denn sie soll die Geschichte Schlesiens und der Schlesier sehr breit und facettenreich zeigen. Es ist vor allem eine Darstellung der jüngeren polnischen Geschichte auf dem Gebiet Nieder- und Oberschlesiens entstanden“, erläutert Projektleiterin Dr. Martina Pietsch.

 

Das Foto- und Filmmaterial stammt hauptsächlich von polnischen Archiven, Museen, Fotografen, Fotoagenturen, Filmproduzenten sowie Vereinen und Privatpersonen. Insgesamt wurden mehr als 5.000 Fotos, historische Filmdokumente, Tonaufnahmen und Karten zusammengetragen. Die technische und gestalterische Realisierung des Projektes übernahm die Leipziger Agentur Faible.

 

Neben diesem Ausstellungsbereich ist auch eine „Kinder-Insel“ mit farbenfrohen Möbeln neu im Schlesischen Museum entstanden. Hier können die jüngsten Besucher zum Beispiel die beliebten Figuren aus den Animationsfilmen des Zeichentrickfilmstudios in Bielitz-Biala (Bielsko-Biala) kennenlernen: Reksio, Bolek und Lolek. Ein Bücherregal ist mit den deutsch- und polnischsprachigen Werken des bekannten, aus Oberschlesien stammenden, Kinderbuchautors Janosch gefüllt. Neu produzierte Puzzlespiele zeigen Fotos von Kindern aus dem heutigen Schlesien oder auch einen modernen Rübezahl. Die Auswahl der schlesischen Motive und Themen soll den Kindern Spaß bereiten und zu spielerischen Entdeckungen anregen.

 

Für die Direktorin des Schlesischen Museums, Dr. Agnieszka Gasior, die seit Mai 2021 im Amt ist, sind diese Projekte wichtige Neuerungen: „Ich freue mich, dass unsere Dauerausstellung auf so moderne und attraktive Weise erweitert wird.“


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