Carola Pönisch

Zwangspflege und Welpenhandel bereiten Tierheim Probleme

1.059 Tiere landeten im vergangenen Jahr im städtischen Tierheim Dresden-Stetzsch. 683 konnten wieder vermittelt werden.
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282 Hunde, 476 Katzen und 301 andere Tiere aller Art, darunter Schlangen, Vögel und Schildkröten, landeten im vergangenen Jahr im Tierheim Dresden – in etwa genauso viele wie 2015. Die Neuankömmlinge waren größtenteils Fundtiere, aber auch solche, die behördlich beschlagnahmt worden wegen schlechter Haltung und Tierquälerei. Aus diesem Grund mussten 2016 insgesamt 92 Hunde und 65 Katzen in Obhut genommen werden. Doch Bello, Mieze und Bubi landen oft auch hier, wenn ihre (alleinstehenden) Besitzer sterben, ins Krankenhaus oder in den Knast müssen.  Tiervermittlung Für 72 Hunde, 311 Katzen und 301 sonstige Tiere konnten die Tierheimmitarbeiter ein neues Zuhause finden. Von den 160 Hunden, die als Fundtiere in Stetzsch landeten, konnten immerhin 113 wieder zurück, weil sich deren Besitzer hier meldeten. Von 320 Fund-Katzen wurden nur 18 von ihren Besitzern abgeholt. Spenden Auch 2016 gab es wieder viele Dresdner, die freiwillig Geld für die Versorgung der Tiere gaben. So kamen 14.724 Euro zusammen, davon wurden u.a. letztes Jahr Wäschetrockner, eine Schwermaschine, Vogelkäfige und Futter gekauft. Besonders erfreut ist Tierheimleiter Hanns-Hendrik Kluge jedes Jahr über die Erbschaften zugunsten seiner Einrichtung. Mehr als 310.000 Euro kamen in den letzten Jahren zusammen, 2016 wurde aus diesem Topf ein neues Schildkrötengehege für 19.000 Euro gebaut. Problemfälle häufen sich Zu den aktuellen Problemen, mit denen sich das Tierheim seit 2016 zunehmend konfrontiert sieht, gehört das Thema illegaler Welpenhandel. 16 Hunde, die aus osteuropäischen Ländern illegal nach Deutschland eingeschleust wurden, um hier für viel Geld verkauft zu werden, wurden von Zoll und Polizei 2016 ins Dresdner Tierheim gebracht. "Die kleinen Hunde waren alle nicht geimpft, hatten keinen EU-Heimtierpass, keinen Mikrochip. Bei uns kommen sie erst einmal mehrere Wochen in Quarantäne, ehe sie überhaupt vermittelt werden können", so Kluge. Ein weiteres Thema, das Kluge und seine Mitarbeiter umtreibt, sind die sogenannten Auslandshunde aus angeblichen Tötungsfabriken. "Zunehmend Sorgen bereiten uns Tierschutzvereine, die Hunde aus Süd- und Osteuropa retten und in Deutschland weiterverkaufen. 33 solcher Hunde landeten bei uns, nur sieben waren hinsichtlich des vorgeschriebenen Veterinärtests und Heimtierpass ohne Beanstandung", sagt Amtstierarzt Lutz Meißner. Kontakt: Tierheim Dresden, Am Tierheim 10, geöffnet Mo/Mi 13 bis 15 Uhr, Di/Do 13 bis 18 Uhr, Fr 9 bis 11.30; nächstes Vermittlungswochenende: 1./2. April


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