Carola Pönisch

Zu große Hürden in Dresden, offene Arme in Kesselsdorf

Warum die Firma Fahrrad XXL Emporon ihre neue Lagerhalle nicht in der Landeshauptstadt, sondern im Gewerbegebiet Kesselsdorf baute
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 6.000 qm Lagerplatz für 25.000 Fahrräder, 50.000 Zubehörartikel und Ersatzteile sowie viele Werkstattplätze, um tagtäglich bis zu 250 Fahrrad-Endmontagen durchzuführen – das sind die reinen Zahlen zum neuen Zentrallager der Fahrrad XXL Emporon GmbH. „Im Fahrradehandel muss man unglaublich viel Ware vorrätig haben, um schnell auf die Nachfrage reagieren zu können", weiß Hamidreza Ameli (46), einer der zwei Geschäftsführer der Fahrrad XXL Emporon GmbH. Das neue Lager mit seiner direkten Lage an der Autobahn A17 sei hierfür der perfekte Ausgangspunkt. „Von hier aus erreichen wir unsere Filialen in Dresden in unter 20 Minuten, Chemnitz in knapp einer Stunde und Halle in etwa 90 Minuten. Dies ist für die Logistik perfekt.", bewertet Lagerleiter Jörg Helbig (48) den neuen Standort. Anstrengende Wochen liegen hinter ihm und seinem Lagerteam. Die drei Lagerhallen in Cossebaude mussten ausgeräumt, Lagerregale abgebaut, alles nach Kesselsdorf transportiert und dort zusammen mit neuen Regalen, Werkplätzen und weiterer Technik aufgebaut werden. Der normale Lieferbetrieb in die Filialen lief weiter. Jörg Helbig ist stolz auf sein Team, denn „während des Umzugs fuhr ein Sattelschlepper mehrfach täglich zwischen Cossebaude und Kesselsdorf hin und her, um alles an den neuen Standort zu bringen – eine wahre Akkordarbeit." Keine Chance in Dresden Eigentlich hätten die beiden Chefs von Fahrrad XXL ihr neues Logistikzentrum gern in Dresden gebaut. „Wir haben sehr lange gesucht und nichts gefunden", sagt Hamidreza Ameli. Zwar würden Gewerbegebiete ausgewiesen, „aber dann gibt es tausende Einschränkungen und die Zeit läuft davon, ohne dass etwas passiert", so der gebürtiger Iraner. Schon den Bauantrag einzureichen, sei megakompliziert gewesen, „um dann nach über einem Jahr zu erfahren, dass er nicht genehmigt wird." Entnervt fragt Ameli im April 2016 in Kesselsdorf nach – und wurde mit offenen Armen empfangen. Einen Tag nach seiner Mail-Anfrage habe sich der Amtsleiter bereits gemeldet. In Juni saßen die XXL-Chefs beim Notar, unterschrieben Vertrag für den Grundstückskauf, die Baugenehmigung hielten sie sechs Wochen nach Bauantrag in der Hand. Inzwischen ist das Lager zu zwei Dritteln gefüllt, der größte Schwung kommt Anfang des Jahres, wenn die neuen Fahrradmodelle und Zubehörartikel für 2018 angeliefert werden. (cpö/df)