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Zimmis Einwurf – Hand aufs Herz

Wann hat es bei Dynamo Dresden in den letzten Jahren so eine ruhige Weihnacht gegeben?
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Es ist schon lange her. Vor vier Jahren war es das letzte Mal. Damals hatten die Schwarz-Gelben fünf Tage vor dem Weihnachtsfest ein 2:2 in Rostock vor leeren Rängen errungen. Wohlgemerkt als Aufsteiger unter Trainer Loose in Liga Zwei. Am Ende der Saison stand ein achter Rang in den Annalen. In den Jahren darauf ging es drunter und drüber. Loose wurde ein Jahr später kurz vor dem Fest entlassen, Pacult bekam seine zweite Chance auf dem Trainerstuhl bei Dynamo. Der schaffte es auch über die Relegation. Dann sollte es Minge richten, der wollte auch, aber Janßen machte es. Schließlich kam vor einem Jahr Böger ins Schlingern und Nemeth musste ran. Aber auf Empfehlung von Janßen war es Uwe Neuhaus, der in aller Ruhe die Truppe zur Übermannschaft in Liga Drei formte. Und jetzt gewinnen die Goldfüßchen einfach nicht mehr. Doch es liegt immer noch Ruhe über dem Stadion. Wie in der Heiligen Nacht. Kein einziger Experte, der Dresden am Ende nicht oben sieht. Alles o.k.? Heimlich allerdings falten die Anhänger bereits die Hände und schauen zum Himmel. Wenn doch nur dieser Remis-Fluch wenigstens am Donnerstag gegen die Würzburger Kickers verschwindet! Dann leuchten die Kerzen so einfühlsam wie es sein soll. Die einen fordern endlich mal wieder ein Führungstor, damit die Köpfe der Spieler frei werden. Die anderen rätseln über das im Winter nun mal schwere Geläuf und würden am liebsten mit dem Fön den Rasen trocknen. Damit der Kreisel wieder anspringt. In Wirklichkeit aber müssen die Dynamos die entscheidenden Zweikämpfe gewinnen, Chancen raus spielen und verwandeln. Ist doch so einfach! Auf dem Papier und hoffentlich auf dem Feld. Damit es auch noch eine schöne Weihnacht wird. Das wünschen sich freilich auch die Dresdner Eislöwen. Deren Anhang ist gerade gespalten. Ein Glück, dass wenigstens in Kaufbeuren der Penalty von Macholda reinging. So ist das Schlimmste abgewendet. Gerade um die Weihnachtszeit müssen die Kufenkünstler immer ran. Jahr für Jahr. Und zwar immer vor vollen Hallen. Weil doch sonst nichts los ist im Sport. Nichts wäre erschütternder, wenn in Dresden weiterhin gerade mal 2.000 Unentwegte sich auf den Tribünenplätzen tummeln. Stimmungskiller im Löwenkäfig kann keiner gebrauchen. Ihr Gert Zimmermann