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Zimmis Einwurf – Es wird warm sein in Kassel

Am Freitag. Wenn die U21-Nationalmannschaft unter ihrem neuen Trainer Stefan Kuntz auf die Slowakei trifft. Mit dabei Marvin Stefaniak, der Vizekapitän von Dynamo Dresden.
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Ja, er ist ein Schwarz-Gelber geblieben. Und das ist gut so. In den letzten Wochen wurde er heiß umworben von einem gewissen Fredi Bobic. Der ist inzwischen Manager von Eintracht Frankfurt. Doch 1,5 Millionen Euro wollte die Diva vom Main dann doch nicht für das Talent im sächsischen Fußball ausgeben. Glück für Marvin. Sagt Steffen Heidrich. Ihm hat Stefaniak ein schwarz-gelbes Hemd geschenkt und draufgeschrieben: Meinem Zieh-Vater! Beide sitzen oft zusammen, werten die Spiele und die Leistungen des nicht weg zu denkenden Aktivpostens bei Dynamo aus. Der hat nicht nur ein ausgeprägtes Gefühl für sein Lieblingsspielzeug, den Ball. Gern zwirbelt er die Kugel über gegnerische Abwehrmauern, unhaltbar für den Torhüter. Am Sonntag war wieder die Chance gegeben. Kurz vor Schluss der Partie gegen den FC St. Pauli. Der Ball ging über die Querlatte. Stefaniaks Enttäuschung sah jeder der fast 30.000 im brodelnden Hexenkessel der Gefühle. Dann war Schluss und alle konnten mit dem knappen Erfolg mehr als zufrieden sein. Zum ersten Mal in dieser Saison kein Gegentor gefressen. „Auch, weil Stefaniak sehr gut nach hinten arbeitet". Findet Berater Heidrich, hat ihm genau das eingeschärft. Mitte der zweiten Hälfte blieb der 21-Jährige im Mittelfeld liegen. Im Strafraum der Dresdner wurde es brenzlig. Die Volksseele kochte. Schiedsrichter Gräfe marschierte zum Verletzten. Der zeigte ihm seine Lippe, die aufgesprungen war. Gräfe entschuldigte sich. "Ich habe das Foul wirklich nicht gesehen!" Alles ok, weiter ging es. Die große Lippe vermeidet das Talent. Ihr Gert Zimmermann