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Zimmis Einwurf – Das Geschenk

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Mal unter uns. Es war wieder einmal ein Spektakel im Fußball-Stadion. Eines mit Ansage. Und deshalb war es auch nicht so gravierend schlimm, dass am Ende nur ein Pünktchen für die Dresdner heraus kam.
Normalerweise ist ein Duell gegen Ingolstadt nichts Besonderes. Seit dem Wechsel von Kutschke zum Autobauer-Vorzeigeklub Nummer zwei nach Wolfsburg warteten alle gespannt wie die Flitzebögen auf den Auftritt des emotionalen Stürmers. Doch dessen Trainer Stefan Leitl war es schon vor der Abreise nach Elbflorenz viel zu viel Tamtam. Kutschke durfte sich in seinem früheren Wohnzimmer warm laufen, obwohl es von den Außentemperaturen her gar nicht kalt war. Das Pfeifkonzert bei seiner Einwechslung war logisch, sein Kurzauftritt in der Schlussphase anständig. Er wollte nur durchkommen. Der Kopf und das Gewissen spielen halt auch immer mit im Fußballgeschäft.
Spektakel wie noch nie kam von Niklas Kreuzer. Offensiv im rechten Mittelfeld aufgestellt war er nicht nur vom Gegner nicht zu stellen. Er verblüffte mit seiner Leistung alle im Stadion. Wenn da nicht sein Umfaller im gegnerischen Strafraum gewesen wäre. Der Linienrichter schenkte Dynamo einen Elfmeter und das Spektakel begann. Kreuzer verschwand wortlos in der Kabine. Und das war gut so. Erst am Abend in der Sportschau sahen die Stadionbesucher den Betrugsversuch, werden sich ein Pils aufgemacht haben und den Spruch vor sich hin gemurmelt haben: „Am Ende heben sich im Fußball alle Ungereimtheiten immer wieder auf.“ In der Emotionalität des Nachmittags war der Elfmeterpfiff aus Sicht des Dynamo-Anhängers so was von gerecht. Immerhin wurde auch schon mal ein Handspiel vom Unparteiischen nicht gepfiffen. Aber heute beim Lesen kommt dann doch ein leiser Zweifel auf. Was soll`s? Das Leben geht weiter.

Ihr Gert Zimmermann


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