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Zimmis Einwurf – Aufatmen in Dresden

Jetzt wird es aber richtig interessant. Nicht nur die Dresdner Fanszene erklärte dem DFB den Krieg, die Anhänger des Hamburger SV, von Borussia Mönchengladbach, Hansa Rostock und vom FSV Zwickau zogen nach. Besonders intensiv beschildert war das Berliner Olympiastadion. Aus den Fankurven von Hertha BSC und Bayer Leverkusen grüßten die Schriftzüge in Richtung der Kontrolleure des DFB.
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Aufatmen schon mal in Dresden. Denn damit ist die größte Sorge eines Lizenzentzuges wohl vom Tisch. Mit diesen Gedanken spielten einige beim DFB, um am Ende der Verhandlungen vielleicht Punktabzüge zu verabreichen. Gut, am Anfang stand Dynamo, aber nun gibt es eine Solidarität selbst unter verfeindeten Fangruppierungen. Den älteren Mitbürgern kommt plötzlich das Zitat von den fünf Fingern, die eine Faust sind, in den Sinn. Und dass ja bekanntlich ein Finger einfacher zu brechen ist. Das haben sie früher in der Schule gelernt. Viele von heute sagen, dass das doch alles nicht mehr wahr sein kann, was hier so alles passiert. So, jetzt mal kurz nachdenken, das Fenster aufmachen und frische Luft schnappen. Tief durchatmen, nach klaren Worten suchen, noch mal nachdenken und dann erst reden. Wenn Politiker in Sonntagsreden darüber sprechen, dass alle, die Gewalt gegen andere ausüben, einzusperren sind, ist dem eigentlich nicht zu widersprechen. Nur Gesetze für diese blechernen Worte, die auf einem Silbertablett präsentiert werden, gibt es keine. Und da es inzwischen alle wissen, darf weiter kräftig auf den Nasen herum getanzt werden. Der größte Fehler des DFB: Einstellung der Gespräche mit den einzelnen Fangruppen in puncto Pyro-Show. Alles verfahren? Wenn keiner mehr auf den anderen zugeht, ist wirklich Hopfen und Malz verloren. Das klingt billig, ist es aber nicht. Ihr Gert Zimmermann


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