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Ziel heißt: Zweitstärkste Kraft in Dresden

Dresden. Interview der Woche mit Titans-Geschäftsührer Rico Gottwald

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Rico Gottwald

Rico Gottwald

Foto: PR

Die Saison in der 2. Bundesliga ProA hat begonnen. Für Aufsteiger Dresden Titans steigt am Sonnabend gegen Bochum das erste Heimspiel in der MargonArena. Auch Geschäftsführer Rico Gottwald kann es kaum erwarten. Wie lange hat der Feier-Modus angehalten?

Klar, wir haben den Aufstieg genossen. Die Mannschaft hat es auf Mallorca krachen lassen, aber das ist schon wieder so lange her. Seit Wochen laufen die Vorbereitungen auf die neue Saison.

 

Gab es einen großen Umbruch im Team?

Wir haben sieben Spieler aus der Vorsaison behalten, was für einen Aufsteiger viel ist. Aber wir haben vor ein, zwei Jahren auch Leute mit Perspektive für mehr verpflichtet und das ist jetzt das Ergebnis. Kontinuität zahlt sich eben aus. Wir sind jetzt auch in der Breite sehr gut aufgestellt.

 

Ist das Thema Neuzugänge abgeschlossen oder ist im Basketball das Transferfenster länger geöffnet als im Fußball?

Wir haben erst kürzlich auf einer Ausländer-Position getauscht und einen 2,21-Meter-Mann geholt. Wir können noch bis zum 15. Februar reagieren, sollte sich Bedarf ergeben. Man weiß ja nie, ob sich jemand verletzt.

 

Im hiesigen Basketball gelten die Amerikaner als Säulen, nehmen Schlüsselpositionen ein. Auch bei den Titans?

Bei uns stimmt die Mischung, auch unsere deutschen Neuzugänge besitzen viel Klasse. Es steht und fällt nicht alles mit der Form der Ausländer.

 

Wie sieht das Verhältnis Profis zu Amateuren aus?

Das hat sich natürlich gewandelt, die ProA ist eine professionelle Liga. Die meisten Spieler sind Profis.

 

Das spiegelt sich auch im Etat wider?

Ja, aber über Zahlen möchte ich nicht sprechen. Doch wir müssen mit deutlich mehr Geld planen, nicht nur wegen der Gehälter. Wir müssen zu fast allen unserer 17 Auswärtsspiele einen Tag vorher anreisen, weil wir sechs, sieben Stunden unterwegs sind. Das kostet eien Menge und ist auch ein Standort-Nachteil gegenüber den Mannschaften im Westen, die sich meistens ein, zwei Stündchen in den Bus setzen und losspielen können.

 

Hat sich der Aufstieg auch an der Sponsoren-Front ausgewirkt?

Wir haben sowohl neue gewonnen und sind auch weiter in der Akquise. Aber auch unsere treuen Partner haben ihren Beitrag erhöht, weil sie seit Jahren bewusst unseren Weg mitgehen. Langfristig wollen wir die zweitgrößte Kraft in der Sportstadt Dresden werden.

 

Bleibt die MargonArena die Titans-Spielstätte?

Ja, in der wir nun auf Parkett spielen. Dennoch: Das Hallenthema ist ein Problem, weil es nicht reicht, die Wände zu streichen. An einer 22 Jahre alten Halle muss man mal richtig sanieren. Die BallSportArena wäre eine Alternative, denn wir dürften auf dem dortigen Glasboden spielen. Perspektivisch könnten beide Hallen zu klein sein, wenn die Entwicklung in Sachen Zuschauer so weitergeht.

 

Auf welchen Schnitt hoffen Sie?

Man sieht bei den anderen Vereinen: Die Leute schauen auf ihr Geld. Deshalb haben wir auch unser Basisticket nicht erhöht. Im Vorjahr lagen wir bei 1.100, da waren aber auch Corona-Spiele ohne Fans dabei. Deshalb hoffen wir auf 1.600.

 

Wie stehen die Chancen gegen Bochum?

Die sind im Vorjahr aufgestiegen und waren 2020/21 mit uns auf Augenhöhe, da haben wir sogar gewonnen. Bochum hat eine ähnliche Philosphie, setzt auf den Nachwuchs. Die Chancen stehen 50:50.

 

Wie heißt das Saisonziel?

Ganz klar der Platz über dem Strich, unter dem die Absteiger stehen. Jeder Platz weiter oben ist Zugabe.


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