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Birgit Branczeisz

Wohnen in Marina Garden

Dresden. 210 neue Wohnungen in 2 Jahren - das klingt nicht viel. Doch das Projekt ist stadtprägend.

Wie der Bug eines riesigen Dampfers, der sich durch die Wellen schiebt, stehen die vier Gebäude von Marina Garden an der Elbe. Ein architektonisches Bild das passt. 210 neue Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 14.300 Quadratmetern nach knapp zwei Jahren Bauzeit - 30 Prozent der 127 Wohnungen sind verkauft. Die kleinste mit 34 Quadratmetern kostet 178.000 Euro und die größte derzeit noch verfügbare 123 Quadratmeter große Wohnung ist für 860.000 Euro zu haben. Das sind die nüchternen Zahlen dazu. Marina Garden viel in der Öffentlichkeit diskutiert

Ganz gleich wie: Was zwischen Leipziger Straße und Elbradweg entstanden ist, sorgt für Aufmerksamkeit. Ein einzigartiges Architektur-Ensemble ist entstanden, dem einen gilt es als ultimativ modern, dem anderen als kalt, nüchtern. Nur wenige Bauprojekte haben es in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden zu einer derartig öffentlichen Wahrnehmung gebracht, wie dieses Projekt. Die Planungen für das Luxus-Areal liefen seit 2017.

Ende Mai 2019 wurde das Vorhaben von der Tschechischen CTR Group übernommen und weiter entwickelt. Vor knapp zwei Jahren, Ende Juni 2022, erfolgte dann der Spatenstich. Im März 2023 konnte bereits Richtfest gefeiert werden und nun ist es soweit: Die vier fertiggestellten Wohnkomplexe können erstmals besichtigt werden. Beim Rundgang wies Architekt Prof. Thomas Knerer darauf hin, das hier keine Standartlösungen, sondern etwas Besonderes für die zukünftigen Bewohner entstanden ist. "So gibt es keine klassische Gebäudetiefe von 14 Metern, sondern überall sind 40 Meter realisiert worden. Aus jeder Wohnung hat man so einen besonderen Ausblick."

Um den Hochwasserschutz zu gewährleisten, wurde auf eine Art Sockel gebaut. Das architektonische Konzept kombiniert ökologische und moderne Elemente wie Deckenkühlung mittels Grundwasser, Dachbegrünung und Regenwassernutzung zur Bewässerung der Pflanzen im Innenhof. Ein Muss der Denkmalschützer war die Restaurierung der historischen Sandsteinmauer zwischen der "Grumbtschen Villa" und Marina Garden. Dadurch wird die bekannte und bedeutsame Villa besonders in Szene gesetzt und in das Gesamtbild des Neubaus eingefügt. Die raumhohen Fenster sorgen für natürliches Licht und jedes Detail wurde mit hochwertigen Materialien umgesetzt.

All dies wird nur durch einen Blick auf die Elbe sowie die schnelle Anbindung an das Zentrum getopt. Nachhaltigkeit steht im Fokus des Projekts: Mit niedrigen CO2-Emissionen, effizienter Energienutzung und reduziertem Wasserverbrauch setzt Marina Garden sicher Maßstäbe. Die Landschahsgestaltung mit einheimischen Pflanzen und wassersparender Bewässerung unterstützt die Umweltbilanz der Gebäude zusätzlich. Die Tiefgarage bietet 154 Auto Stellplätze an, wobei 70 mit Ladestationen für Elektroautos ausgestattet wurden. Zudem wird vor Ort Carsharing angeboten, außerdem sind 300 Fahrradstellplätze vorhanden. Ende August sind laut Bauherr auch die letzten Arbeiten abgeschlossen.

Jeder darf hier durch das Areal gehen und auch der Spielplatz in Elbnähe ist nicht nur den Bewohner vorbehalten - das war eine der Vorbedingen der Stadt und auch, dass zehn Prozent der Wohnungen als Sozialwohnungen ausgewiesen sind. Wer die letztlich bekommt, dürfte interessant sein.


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