Carola Pönisch

Winterdienst: MARWIS hilft zielgenau zu streuen

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Temperaturen um den Gefrierpunkt  und erste kleine Schneekrümel kündigten pünktlich am 1. Dezember vom diesjährigen Winter. Wie hart oder mild er wird, können auch die besten Wetterexperten nicht vorhersagen. Die Stadtverwaltung, genauer das Straßen- und Tiefbauamt, zeigt sich jedoch überzeugt: »Wir sind startklar für den Winter.« Erste Kontrollfahrten, bei denen sogar schon gestreut wurde, fanden am 2. Dezember bereits statt. 44 Mitarbeiter mit 39 Streufahrzeugen waren zum unterwegs, um vor allem das  Hauptnetz frei von Eis, Schnee und Matsch zu halten. Insgesamt stehen in diesem Jahr 41 Einsatzfahrzeuge bereit, um Dresdens  Straßen zu beräumen. Vom 1.400 Kilometer langen Straßennetz betreut der Winterdienst 720 Kilometer in festen Tourenplänen und weitere 278.000 Quadratmeter Geh-, Rad- und Überwege sowie Treppen. Die Arbeiten werden vom Regiebetrieb technische Dienstleistungen der Stadt und fünf Dresdner Firmen übernommen. Alle Fahrzeuge sind in zwei Schichten besetzt. Übrigens: Auf 67 Kilometern des Routennetzes dürfen aus Umweltschutzgründen keine Auftaumittel eingesetzt werden. Ein Sensor für die Straßendecke Ein fleißiger Helfer heißt in diesem Jahr Mobile Advanced Road Weather Information Sensor – kurz MARWIS. Zwei Einsatzfahrzeuge sind mit dem mobilen Straßenwettersensor ausgerüstet. Er bestimmt Oberflächentemperatur und Zustand der Fahrbahn, prüft, ob es trocken, feucht, nass oder vereist ist und wie die Schneedecke beschaffen ist. Verschiedene Parameter wie Wasserfilmhöhe und Eisanteil helfen zu entscheiden, wann und wie gestreut wird. „Die MARWIS-Sensoren stellen eine Ergänzung zu den bereits vorhandenen sechs stationären Glättemeldeanlagen in Dresden dar. Kontrollfahrten und Streuungen werden so auf ein Minimum reduziert und unnötige Kosten sowie Umweltbelastungen vermieden", sagt Simone Prüfer, Leiterin des Straßen- und Tiefbauamtes.  Freie Radwege Auf rund 160 Kilometern Länge werden in diesem Jahr die Radwege beräumt, vor allem die zentralen Routen in der Innenstadt, die zeitgleich mit den Straßen "geputzt" werden. Das Straßen- und Tiefbauamt rechnet dafür mit zusätzlichen Kosten von 250.000 Euro. Was der Winterdienst kostet Für den städtischen Straßenwinterdienst sind Haushaltsmittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro geplant, für die Fremdleistungen 1,8 Millionen Euro. 500.000 Euro stehen für den Materialeinkauf zur Verfügung. Die Kosten für den Winterdienst 2019/2020 beliefen sich insgesamt auf 1,02 Millionen für städtische Leistungen und 1,4 Millionen Euro für externe Auftragnehmer. Anliegerpflichten Anlieger sind im Winter verpflichtet, montags bis sonnabends von 7 Uhr bis 20 Uhr und sonn- und feiertags von 9 Uhr bis 20 Uhr öffentliche Wege entlang ihrer Grundstücksgrenzen auf einer Breite von 1,50 Meter, bei Bedarf breiter, von Schnee zu beräumen und bei Eisglätte zu streuen. Dazu zählen öffentliche Gehwege, auch solche, die nicht baulich von der Straße getrennt sind, Treppen sowie Fußgängerzonen.
Der Einsatz von Tausalz oder schmutzenden Stoffen wie Asche ist verboten. Erlaubt sind abstumpfende Materialien wie Sand, Splitt oder salzfreies Granulat. Nur im Ausnahmefall dürfen Anlieger Auftausalz benutzen, zum Beispiel für Hydranten oder Treppen.
Gefährliche Eiszapfen an Dächern und Dachrinnen müssen beseitigt werden.


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