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Weinböhla: Größte Senioren-Wohnsiedlung im Osten geplant

Auf einer ehemaligen LPG-Fläche in Weinböhla soll die größte Senioren-Wohnsiedlung Ostdeutschlands entstehen. Bis zu 100 Menschen könnten hier in ein paar Jahren ihren Lebensabend verbringen. Die Vorbereitungen für das millionenschwere Projekt laufen bereits.
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 Bisher braucht man noch etwas Fantasie, um sich das künftige Seniorenviertel vorstellen zu können. Die Natur hat das Areal an der Dresdner Straße fest im Griff. Zwischen den Sträuchern, Wiesen und Bäumen sind lediglich alte Betonplatten und ein Schornstein zu sehen. Illegale Schuttablagerungen gibt es auch. „Seit 1994 ist hier nix mehr passiert“, sagt der Eigentümer Jürgen Lau, ein Handwerksmeister aus Bottrop (NRW).  Er hat zusammen mit der Volkssolidarität Elbtalkreis-Meißen e.V. die Idee der Seniorensiedlung entwickelt. Arbeitstitel: „Seniorenpark 55+“. Geplant sind auf dem 22.000 Quadratmeter großem Areal drei Mehrfamilienhäuser mit 30 Wohnungen sowie neun Doppelhäuser – alles barrierefrei und altersgerecht. Eine neue Straße, Schallschutz und Grünflächen sind ebenfalls vorgesehen. „In Summe werden hier einmal knapp 100 Menschen leben“, sagte der Eigentümer-Bevollmächtigte Oliver Reichelt. Neben der Möglichkeit zur Miete soll es für Interessenten voraussichtlich auch eine Kaufoption geben. Derzeit laufen die Verhandlungen mit interessierten Bauträgern.  „Ich freue mich, wenn es gelingt, die Brachfläche einer sinnvollen Nutzung zu zuführen. Wir haben einen riesigen Bedarf an altersgerechten Wohnungen“, zeigte sich Weinböhlas Bürgermeister Siegfried Zenker begeistert. Schon jetzt würden im Rathaus regelmäßig Anfragen zu dem Projekt auflaufen.
Den Planungen zufolge soll die hiesige Volkssolidarität später die Anlage betreiben und die Bewohnern je nach Bedarf ihre Leistungen anbieten, Begegnungszentrum inklusive. Ein Sicherheitskonzept sei ebenfalls vorgesehen. „Wir haben festgestellt, dass die Bewohner in unseren Einrichtungen immer häufiger mit dem Thema Kriminalität konfrontiert sind“, sagte Frank Stritzke, Geschäftsführer der Volkssolidarität.  Einen Hochsicherheits-Seniorenpark, wie in den USA, wolle man aber nicht, so Stritzke weiter. Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf etwa rund zwölf Millionen Euro beziffert. Der Baustart könnte Ende 2018 erfolgen. Derzeit läuft auf der Brachfläche noch ein umfangreiches Umsiedlungsprojekt. Dabei werden die streng geschützten Zauneidechsen gefangen und in ein Ersatzhabitat verbracht. „Rund 120 Zauneidechsen konnten bereits über Eimerfallen bzw. mit der Schlinge gefangen werden“, sagte Wolfgang Hahn von der Firma „pro bios“. Er rechnet mit insgesamt 200 bis 300 Tieren dieser Art auf dem Gelände.