André Schramm

Wegen Demokratie: Olaf Schubert fliegt aus der Spaß-Jury

Olaf Schubert hat sich das letzte halbe Jahr die Finger wund gewählt. Offenbar war es alles andere als einfach, lustige Menschen für´s nächste HumorZone-Festival nach Dresden zu zwingen. „Der Tod“ und ein Iraner haben schon zugesagt, freiwillig. Immerhin.
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Olaf Schubert wird vom Tod bedrängt. Zum Glück nur für ein Lichtbild im Vorfeld der Dresdner Humorfestspiele. Foto: Schramm

Olaf Schubert wird vom Tod bedrängt. Zum Glück nur für ein Lichtbild im Vorfeld der Dresdner Humorfestspiele. Foto: Schramm

Die Bilanz der letzten Auflage der noch recht jungen Humorfestspiele im Epizentrum der mittelmäßigen Laune ließ Olaf nicht wirklich eine Wahl. „Es gab mehrere triftige Gründe für eine weitere Auflage. Erstens: Die HumorZone war ein voller Erfolg. Es wurde insgesamt 38.746 Mal gelacht und zwar über 673 Pointen. Davon waren 245 unter der Gürtellinie, 312 waren politisch und der Rest ging nach hinten los“, so der Schirmherr der Veranstaltung. Konzeptionell wolle man sich deshalb an den beiden vorangegangenen Humorfestspielen orientieren. „Einerseits weil es so gut lief. Andererseits weil wir gar nicht wissen, wie wir es anders hinbekämen würden“, erklärte Schubert mit leicht verbrauchter Stimme. Die habe er sich eingefangen bei den rund 47.000 Telefonaten mit potentiellen Künstlern, die offenbar wenig Interesse für den etablierten Spielort hegten. Sichere Nummer – "Der Tod" Wenigstens beim „Tod“ rannte Olaf offene Türen ein.  Wie der Sensenmann  im Rahmen der ersten Pressekonferenz erklärte, sei man sehr froh über die Einladung gewesen. „Ich kämpfe genau wir ihr mit einem Imageproblem“, sagte er.  Der Austragungsort sei deshalb kein Problem gewesen. „Für mich sind alle gleich – egal welcher Religion oder Herkunft. Ich nehme sogar Sachsen mit, die montags demonstrieren“,  schob  die für den Lebensaustritt zuständige Instanz noch hinterher.
Ein Zweiter, der sich vorab schon nach Dresden getraute, war Masud Akbarzadeh. Der iranisch-stämmige Komödiant gab sich vor der sächsischen Presse jedoch sehr kleinlaut.  Olaf hingegen hat große Pläne für die Zukunft des Festivals und denkt schon laut über eine Expansion in die USA nach, nicht ohne Zwischenstation in Rumänien. Angeblich 80 Künstler Jedenfalls finden sich im Programm-Flyer für die 3. HumorZone Dresden wider Erwarten Namen von Menschen, denen perspektivisch Potential in der Unterhaltungsbranche prophezeit wird. Rainald Grebe, Torsten Sträter, Gernot Hassknecht,  Serdar Somuncu und viele andere wollen die Elbmetropole als Sprungbrett nutzen. Von insgesamt 80 Künstlern ist die Rede, die vom 8. bis 12. März 2017 die Einheimischen bespaßen möchten, angeblich mit vielen Premieren, zwei neuen Mixshows und dem Nachwuchswettbewerb. Spätestens hier hört für Olaf der Spaß aber auf. Die Drahtzieher des Festivals haben den Alleinjuror hinterrücks abgesetzt und wollen die Abstimmung auf demokratischere Füße (die des Publikums) stellen. Der Schirmherr war diesbezüglich etwas außer sich.