Carola Pönisch

Warum China Elaskon-Schmiermittel in Wurstpelle mag

Das Dresdner Traditionsunternehmen Elaskon in Reick stellt ein Korrosionsschutzmittel für Dübel und Schrauben her, mit denen Eisenbahnschienen auf Betonschwellen befestigt werden.
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Auf die Verpackung kommt es an. Was in der Produktwerbung kein Geheimnis mehr ist, trifft bei Elaskon ganz besonders zu. Denn was aussieht wie Mini-Wiener im Schäldarm, ist nichts anderes als grammgenau portioniertes speziellen  Schmiermittel, mit dem die Schrauben in den Dübeln vor Korrosion geschützt werden. Das Verfahren dazu hat sich die Firma weltweit patentieren lassen. „Bisher war es so, dass das Schwellenschutzfett bei der Montage der Gleise auf die Betonschwellen von Hand in die Dübel gebeben wurde, was natürlich relativ ungenau wird“, erzählt Tobias Schwald, der jüngste der drei Elaskon-Geschäftsführer. Eingesetzt werden die Fettwürste vor allem in China, wo der Zug als Transportmittel immer wichtiger wird und aktuell viele neue Hochgeschwindigkeitstrassen gebaut werden. Bereits 2014 rangierte Chinas Eisenbahnnetz weltweit auf Platz zwei, bis 2020 soll das Streckennetz 150.000 Kilometer betragen, bis 2025 sollen weitere 10.000 Kilometer dazu kommen.  Dass die Chinesen so auf die kleinen Fettwürste von Elaskon abfahren hat aber auch damit zu tun, dass das     hier in Reick entwickelte Korrosionsmittel von der Deutschen Bahn zur Anwendung freigegeben wurde und deren Urteil bzw. Zertifizierung wiederum hat einen hohen Stellenwert in der Welt der Gleisbauer. Auch deshalb, weil das Spezialprodukt von Elaskon nicht nur dafür sorgt, dass die Schrauben bis zum Rest ihres funktionalen Lebens vor Rost geschützt sind, sondern weil es auch dem Gewicht und der Geschwindigkeit der Züge sowie Erschütterungen und Temperaturschwankungen standhält. Ein Vorteil, den  andere Hersteller nicht leisten können. Eine Wurstmaschine muss her Für die Abpackung des Fetts hat das Reicker Unternehmen nicht nur eine Wurstmaschine angeschafft, sondern mit Andreas Pfitzner auch einen Fachmann eingestellt, der sich bestens damit auskennt. Denn der 55-Jährige ist gelernter Fleischer und hat das grammgenaue Portionieren sozusagen von der Pike auf gelernt. Rund 500 Tonnen Schwellenkonservierungsmittel wird Elaskon in diesem Jahr herstellen, die Hälfte davon geht quasi durch Andreas Pfitzners Hände, indem es in der Pelle landet und nach China verschifft wird.