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Tourismusbilanz zwischen Freude und Kummer

Aus dem Ausland ist ein starker Zuwachs zu verzeichnen, während sich bei Gästen aus dem Inland ein spürbarer Rückgang bemerkbar macht.
Foto: Pohl

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 Das zweitbeste Ergebnis seit der Aufzeichnung kann die Dresden Marketing Gesellschaft für das abgelaufene Jahr verkünden. Damit festigt die Landeshauptstadt ihre Position unter den attraktivsten Tourismusmetropolen in Deutschland. „Der Tourismus gehört zu den wichtigsten Branchen und Arbeitgebern und trägt maßgeblich zum Wohlergehen dieser Stadt bei“, sagt Annekatrin Klepsch, Beigeordnete für Kultur und Tourismus zum Ergebnis. Die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland stieg 2015 um 6,1 Prozent gegenüber Vorjahr auf insgesamt 879.397. Im Inland muss die Stadt dagegen einen Rückgang von 5,1 Prozent auf immerhin noch rund 3,4 Millionen Übernachtungen hinnehmen. In der Summe schließt der Dresden-Tourismus das Jahr 2015 mit einem Übernachtungsminus von 3 Prozent ab. Mit diesem Ergebnis rangiert Dresden deutschlandweit im Vergleich auf dem siebenden Platz. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus den USA, der Schweiz und Österreich. Den größten Zuwachs gab es allerdings aus Spanien. Aufgrund der rasanten Steigerung des Wirtschaftswachstumes kamen fast 89 Prozent mehr spanische Gäste in die Landeshauptstadt. Aufgrund des Rubelverfalls und der Wirtschaftskrise kamen dagegen viel weniger russische Touristen als in den Jahren vorher. „Wir freuen uns sehr über die Zunahme der ausländischen Gäste in Dresden. Dieser auf 20,4 % gestiegene Auslandsanteil in den Übernachtungen mit wachsender Tendenz zeigt zum einen die Attraktivität Dresdens für Gäste aus aller Welt, fordert aber von uns allen toleranten, interkulturellen Umgang und internationalen Service in der Gastronomie, Hotellerie und dem Kultur-, Freizeit- und Tagungsangebot“, erklärt Dr. Bettina Bunge, Geschäftsführerin der Dresden Marketing Gesellschaft. Positive Wirkung auf den Tourismus hatten Highlights wie die Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden „Dahl und Friedrich – Romantische Landschaften“ oder das 10-jährige Jubiläum der Frauenkirche. Hinzu kommen zahlreiche Großkongresse. Gründe für die positive Entwicklung aus dem Ausland liegen auch im weltweiten Trend, nach Deutschland und in die Städte zu reisen, ob aus privaten oder dienstlichen Gründen. Zudem hat sich das Wirtschaftswachstum in vielen Märkten positiv auf den Tourismus ausgewirkt. „Negative Wirkung auf den Dresden-Tourismus hatte der Imageverlust unserer Stadt aufgrund der fremdenfeindlichen Parolen bei den Pegida-Demonstrationen vor allem im Inland. Menschen haben sich in dem Zeitraum bewusst gegen einen Dresden-Besuch entschieden und ihre Privat- oder Geschäftsreise abgesagt, wie wir von Veranstaltern und Branchenvertretern wissen“, so Dr. Bettina Bunge. Für das laufenden Jahr wird ein leichtes Wachstum des Touristenaufkommens angepeilt. Touristische Highlights in diesem Jahr sind unter anderem das 800-jährige Jubiläum des Kreuzchores, der Deutsche Evangelische Posaunentag und viele weitere Festivals und kulturelle Veranstaltungen. Mit Investitionen in Millionenhöhe in das kulturelle Angebot will die Landeshauptstadt ihre Position als eine der Top-Reiseziele in Deutschland ausbauen.


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