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Stadtgeschichte am Terrassenufer

Engagierte Bürger gruben vor 25 Jahren die Festung Dresden aus
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Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Hempel (links) und Gründungsmitglied Olaf Knoll wollen künftig auch jüngere Menschen für die Geschichte der Festung begeistern. Foto: Pohl

Vereinsvorsitzender Hans-Jürgen Hempel (links) und Gründungsmitglied Olaf Knoll wollen künftig auch jüngere Menschen für die Geschichte der Festung begeistern. Foto: Pohl

Dem Verein Brühlsche Terrasse ist es gelungen, die historische Festung Dresden für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Am 25. Januar 1991 schlossen sich 22 Mitglieder zusammen und gründeten den Verein. Olaf Knoll war dabei. „Wir hatten von Satzungen nicht so viel Ahnung“, erinnert er sich. Unterstützung kam vom neu gewählten Kulturbürgermeister der Stadt. Knoll selbst beteiligte sich aktiv an den ersten Ausgrabungen nach der Wende. „Bei minus 16 Grad haben wir mit dem Bosch-Hammer die gefrorene Erde aufgelockert, um die historische Architektur nach und nach wieder freizulegen“. Weil nach dem politischen Umbruch die neuen bürokratischen Strukturen noch nicht funktionierten, nutzten die Vereinsmitglieder die Chance. „Wir haben einfach losgegraben, das wäre heute unvorstellbar“, blickt Knoll auf die bewegte Zeit zurück. Bis 1993 wurden die Festungsanlagen freigelegt. Heute hat der Verein 44 Mitglieder und sein Domizil seit 2004 in der Piatta Forma direkt unter der Brühlschen Terrasse. Dort befindet sich im Kanonengraben ein originaler Bodenbelag aus dem 16. Jahrhundert. Jeden Samstag werden Führungen durch die Festung angeboten. Die Mitglieder haben die alten Stadtgemäuer nicht nur zugänglich gemacht, sondern auch ihre Geschichte wissenschaftlich erforscht und dokumentiert, so dass sich Besucher und Gäste in einem Museum darüber informieren können. Finanziert wurde das Unterfangen vorwiegend durch Spenden, Vereinsbeiträge und Zuwendungen des Freistaats.


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