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Stadtbahn 20XX?

Voraussichtlich Mitte September soll Klarheit darüber herrschen, wie es mit der Stadtbahntrasse weiter geht. Das Oberverwaltungsgericht hatte nach einer Klage am 18. April Baustopp verhängt. Im schlimmsten Fall muss sogar zwischenasphaltiert werden.
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Baubesprechung auf der Oskarstraße. Foto: Schramm

Baubesprechung auf der Oskarstraße. Foto: Schramm

Im November 2017 wären die Anwohner an der Oskarstraße aus dem Gröbsten raus gewesen. Daraus wird nun nichts. Mit der Baustelle vor ihrer Haustür werden sie noch eine Weile leben müssen. Wie lang genau, weiß derzeit niemand. Schlechter Moment Just in dem Moment, als Versorgungsleitungen freigelegt und zum Teil schon ausgebaut waren, ereilte Planer, Bauherren und Bauleute der gerichtlich angeordnete Baustopp. Grund: formelle Fehler im Planungsverfahren. So sei u.a. ein Umweltverträglichkeitsgutachten zwar erstellt,  aber nicht öffentlich ausgelegt worden, heißt es. „Leistungen, die im unmittelbaren Zusammenhang mit der Stadtbahn stehen, wie der Gleis- oder Oberleitungsbau, ruhen seit dem 18. April“, sagte Andreas Hemmersbach von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB). Das, was muss Völlige Totenstille herrscht rund um den Gustav-Adolf-Platz trotzdem nicht. „Bis in den August werden laufende Arbeiten an Versorgungsleitungen weitergeführt“, so Hemmersbach.  Dass die Anwohner ohne Strom und Heizung den Winter verbringen, will schließlich keiner. Fest steht aber auch: Die für die Sommerferien geplante Umgestaltung des Wasaplatzes ist nicht zu halten. Ab 26. Juni sollten ursprünglich Haltestellen barrierefrei umgebaut und die Fahrbahn erneuert werden.

Wie geht´s weiter?

Die Bauherrengemeinschaft (Landeshauptstadt und DVB) ist um Schadensbegrenzung bemüht. „Es werden Arbeiten erledigt, die ohnehin auf dem Plan standen, um die Baufirmen zu beschäftigen. Wir versuchen die Kosten so gering, wie möglich zu halten“, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. Nach seinen Worten klingt das lediglich nach einer Verlagerung des Baugeschehens. Tatsächlich ist nur noch etwa die Hälfte des ursprünglichen eingeplanten Personals mit Arbeiten betraut.  Wie sich der Verzug finanziell auswirkt, hängt u.a. an den geschlossenen Verträgen mit den einzelnen Firmen. Prof. Reinhard Koettnitz, Chef des Straßen- und Tiefbauamtes, schloss nicht aus, dass die Oskarstraße bei einer weiteren Verzögerung zwischenzeitlich asphaltiert werden müsse. Das käme dann ungefähr 300.000 Euro extra. Landesdirektion gibt Gas Die Landesdirektion als Genehmigungsbehörde holt nun die notwendigen Verfahrensschritte nach. Ab Ende April sollen die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren neu ausgelegt werden – für vier Wochen. Danach gibt es einen Erörterungszeitraum von zwei Wochen. Andreas Hemmersbach rechnet mit Mitte September. „Spätestens dann werden wir Gewissheit haben, wie es weiter geht“, sagte er. Im Idealfall wird dann Baurecht (wieder) erteilt.
Verwunderlich: Die Ansprüche der Genehmigungsbehörde an das Stadtbahn-Projekt sollen dem Vernehmen nach sehr hoch gewesen sein. Offenbar hatte man mit Gegenwind gerechnet (und trotzdem notwendige Verfahrensschritte vergessen)...