Carola Pönisch

So teuer wird das Parken in Dresden

Erstmals seit 15 Jahren werden die Parkgebühren angehoben. Nachdem eine erste Vorlage aus der Stadtverwaltung im Stadtrat abgelehnt wurde, liegt nun ein neuer Vorschlag auf dem Tisch. Parken wird bis 2023 jedes Jahr teurer.
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Dresden liegt, was die Parkgebühren angeht, im Vergleich von 15 deutschen Großstädten auf Platz 14. Billiger ist das Autoabstellen nur noch in Duisburg. Ein weiterer Grund, mehr Geld fürs Parken zu verlangen, sind die Entgelte für Bus und Bahn, die in den vergangenen 15 Jahren um 40 bis 50 Prozent angezogen haben. Individuell mit dem Auto in die Stadt zu fahren muss mindestens so teuer sein wie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, so der Ansatz für die neuen Parkgebühren. Die stellte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) jetzt der Öffentlichkeit vor. Neue Zonen, neue PreiseZone I: Hier wird das Parken am teuersten sein. Diese Zone wird kleiner sein als die bisherige, sie umfasst nur noch den Kernbereich in der Altstadt. Die Gebühr für eine Stunde Parken steigt von derzeit 1,50 Euro auf 2,10 Euro in diesem Jahr, ab 2022 auf 2,40 Euro und ab 2023 auf 2,70 Euro je Stunde. Das Tagesticket, das jetzt sechs Euro kostet, steigt auf 12 Euro, im nächsten Jahr auf 15 Euro und im übernächsten Jahr auf 18 Euro. Zone II: Diese Zone umschließt künftig auch die Äußere Neustadt, die bisher Zone III war. In der erweiterten Zone II klettert die Parkgebühr von jetzt 50 Cent auf 1,50 Euro je Stunde und steigt auf 1,80 Euro in 2022 und auf 2,10 Euro in 2023. Das Tagesticket steigt von derzeit drei auf sechs, sieben und schließlich acht Euro. Zone III: Dieser Bereich wird als Ausflugszone bezeichnet und mit Tarifen von 1,20 Euro, 1,50 Euro und 1,80 Euro je Stunde zwischen 2021 und 2023 ausgepreist. Das Tagesticket soll in diesem und im kommenden Jahr hier fünf Euro kosten, ab 2023 dann sechs Euro. Wird es gebrührenfreie Parkzeiten geben? Ja, aber sie werden kürzer als bisher, wo die Gebühr nur für die Zeit von 8 bis 20 Uhr entrichtet werden musste. Genaueres steht noch nicht fest. Der Sonntag wird künftig nicht mehr gebührenfrei sein, hier gilt dann die wochentägliche Regelung. Geplante Einnahmen Parkgebühren sind eine feste Größe, mit der im jeweiligen Haushaltjahr gerechnet wird. 2019 nahm die Stadt 8,9 Millionen Euro ein, 2020 waren es coronabedingt nur 6,9 Millionen. Mit der Erhöhung der Gebühren erhofft sich die Verwaltung in den kommenden drei Jahren Einnahmen in Höhe von 46 Millionen Euro, 13 Millionen in 2021, 15 Millionen in 2022 und 18 Millionen in 2023. Zeitschiene und Umstellung der Parkautomaten Nächste Woche geht die neue Parkgebührenvorlage in die ersten Stadtratsausschüsse, im März könnte sie im Stadtrat beraten werden. Stimmt der zu, kann die Umrüstung der 450 Parkscheinautomaten auf die neuen Tarife beginnen. Das dauert etwa zwei Monate. Die Automaten erhalten dabei auch EC-Kartenleser. Die neuen Parktarife gelten nach dem Stadtratbeschluss. Aber es wird praktisch eine Übergangszeit von etwa zwei Monaten geben, bis jeder einzelne Parkscheinautomat auf die neuen Tarife umprogrammiert sein wird. Das kann nur schrittweise erfolgen, und das Straßen- und Tiefbauamt kann damit auch erst nach dem Stadtratsbeschluss beginnen. Sobald ein Parkscheinautomat umprogrammiert ist, sind die neuen Parkgebühren zu zahlen. Bedeutet: Es wird eine kurze Zeit lang Parkautomaten mit alten und neuen Gebühren geben.