Carola Pönisch

SemperOpernball: Aus für die St. Georgs Orden

Nach heftiger Kritik gibt's jetzt ein neues Ballkonzept: Mehr Kunst, Musik und Tanz auf dem kommenden SemperOpernball, dafür keine Ordensverleihungen. Wer als Ersatz für Mareile Höppner moderiert, wird vor dem Ball nicht öffentlich gemacht.
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Vor der Semperoper werden wieder rund 15.000 Zuschauer erwartet, die mit Live-Übertragungen aus der Oper und einem eigenen Programm ihren SemperOpenAirBall  feiern. Foto: Agentur

Vor der Semperoper werden wieder rund 15.000 Zuschauer erwartet, die mit Live-Übertragungen aus der Oper und einem eigenen Programm ihren SemperOpenAirBall feiern. Foto: Agentur

"Trotz aller Kritik haben wir in den vergangenen Tagen enormen Zuspruch, Unterstützung und wertvolle Hinweise von vielen Seiten erhalten und das Konzept des 15. SemperOpernballs überarbeitet. Jetzt dürfen sich alle Dresdner und die Ballfreunde von überall her auf ein großartiges Fest mit internationalen Künstlern, spektakulären Darbietungen, tollen Debütanten und emotionalen Augenblicken in einer nahezu ausverkauften Semperoper, auf dem bestimmt wieder gut gefüllten Theaterplatz und vor den Bildschirmen freuen", heißt es in einer Erklärung der Ballorganisatoren. Neu ist, dass es beim Jubiläumsball eine schnellere, mit überraschenden Momenten garnierte Programmabfolge mit noch mehr Kunst, Musik und Tanz, aber keine Preisverleihungen mehr geben wird. Alle in die Preisverleihungen eingebundenen Persönlichkeiten seien mit dieser Vorgehensweise einverstanden. "Außerdem wird der Ballverein mit allen Beteiligten über die Zukunft des Dresdner Opernballs sprechen. Dabei spielt auch die Frage der Ordensverleihungen eine Rolle", heißt es weiter in der Erklärung. Mareile Höppner: Absage wegen Anfeindungen Die Verleihung des St. Georg Ordens des SemperOpernballs an Ägyptens Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi sorgt im Vorfeld weiter für große Probleme. Tagesthemen-Moderatorin Judith Rakers, die den Ball am 7. Februar an der Seite von Roland Kaiser moderieren sollte, sagte vergangene Woche ihre Teilnahme aus Protest ab. Ball-Chef Hans-Joachim Frey hat sich inzwischen für die unglückliche Wahl des Preisträgers, die sogar im Vorstand des Semper-Opernball für Ärger sorgte, öffentlich entschuldigt. Für Judith Rakers wollte Mareile Höppner einspringen, die schon 2016 mit Guido Maria Kretschmer auf der Bühne stand und zudem seit längerem TV-Gastgeberin am Roten Teppich vor der Semperoper war. Jetzt sagte aber auch Höppner die Moderation ab. Grund: Sie sieht sich einem »Ansturm von Hass und Anfeindungen ausgesetzt«. Zwar habe sie Strafanzeige gestellt, sehe sich aber außerstande, die Moderation zu übernehmen. Ersatz ist da, aber Stillschweigen Inzwischen soll eine neue Lösung für das Moderatoren-Problem gefunden worden sein. Wer an der Seite von Roland Kaiser steht am Freitag, wird aber laut Veranstaltungsagentur zum Schutz der-/desjenigen vorher nicht öffentlich gemacht.