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Rockmusik statt Stadiongesänge

Am 30. Mai rockt Grönemeyer das DDV Stadion / Umbau zur Spielstätte ist ein dreitägiger Kraftakt
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Was bedeutet es eigentlich, ein Fußballstadion für einen Rockstar umzubauen? WochenKurier unterhielt sich darüber mit Rodney Aust, dessen Konzertagentur vor Ort das Event „Grönemeyer live" im wahrsten Sinn des Wortes über die Bühne bringt. „Dauern jetzt" ist ein treffender Titel. Einer, über den sich gut philosophieren lässt. „Dauernd jetzt" ist immer, ist jeder Moment. Oder zumindest, wie im Fall von Rodney Aust und den Mitarbeitern seiner Konzertagentur, seit Mai 2015. Denn da startete der Ticketvorverkauf für jenes Konzert, das in zwölf Tagen, genau am 30. Mai, im Dresdner Fußballstadion über die Bühne gehen wird. Und jetzt, kurz vor diesem musikalischen Großereignis, wird der Tourneetitel zum Tagesmotto für eine vielköpfige Crew. Die ganz heiße Phase beginnt am 26. Mai. Während sich Grönemeyer an diesem Tag im Messepark Mainz auf seinen Auftritt einstimmt, heißt es hier an der Lennéstraße „Rasen sichern". Zunächst im Bereich der Bühne, die 30 Meter breit und zwölf Meter tief sein wird. Das Grün darunter nebst Rasenheizung und Bewässerungsanlage wird mit Lastverteilerplatten abgedeckt. Das rettet zwar die Technik, nicht aber die empfindlichen Halme, weshalb in diesem Bereich nach dem Konzert neuer Rasen verlegt werden muss. Auf dem Spielfeld, wo später die Zuschauer stehen, wird das nicht nötig sein, die dort verlegten Platten bieten genügend Schutz. Außerdem werden bereits die Aggregate für die externe Stromversorgung aufgebaut. Zur Großbaustelle wird das Stadionrund drei Tage vor dem Konzert. Neun Sattelzüge allein für die Bühne und den 30 Meter langen Laufsteg für den Sänger werden am 28. Mai anrollen. „Für den Aufbau sind 30 Mann, vier Gabelstapler und ein Autokran nötig", weiß Rodney Aust. Am Vorabend des Konzerts kommt die Bühnentechnik in Dresden an, außerdem das Versorgungszelt mit eigenem Küchenbereich, die Garderoben und die Wäscherei für das Aufbau- und Technikteam – alles in allem weitere elf Sattelzüge und dazu noch vier sogenannte Nightliner, in denen die Crew nächtig, immerhin um die 80 Leute von der Küchenkraft bis zum Techniker, der den Sound checkt, was am 30. Mai kurz vor Konzertbeginn der Fall sein wird. Am Konzerttag selbst wird sich die Zahl derer, die für Licht, Ton, Sicherheit und Gesundheit sorgen, auf über 300 summieren. Und egal, wie hektisch es Backstages dann auch noch zugehen mag – ab 17 Uhr werden die rund 25.000 Zuschauer ins Stadion strömen, werden es sich auf ihren Sitzplätzen gemütlich machen oder ihre Stehplätze vor der Bühne einnehmen und auf den Auftritt des großen Künstlers warten. Der wird – nachdem er am späten Nachmittag aus Norddeutschland eingeflogen ist – gegen 20 Uhr das Stadion zum Kochen bringen. „Noch gibt es einige Tickets im Steh- und Sitzplatzbereich zu kaufen. Die Karten gelten übrigens auch als Fahrscheine im ÖPNV", sagt Rodney Aust. Wenn die Zuschauer dann beseelt nach Hause und der Sänger erschöpft in sein Hotel zurückkehren, sind die Techniker bereits in der Nacht eifrig mit dem Abbau von Technik und Bühne beschäftigt. Schon anderthalb Tage später, im Laufe des 1. Juni, sieht es hier an der Lennéstraße wieder aus wie immer. „Dauern jetzt" zieht weiter nach Salzburg ins Residenzstadion. Carola Pönisch Foto: PR