Birgit Banczeisz

Peter Simmel eröffnet Mega-Markt in Bannewitz

Dresden. Über 200 regionale Zulieferer sorgen für kurze Wege, Frische und Arbeitsplätze. Neue Einkaufsströme durch Großmarkt.

Bilder

Wer hier einkaufen geht, sollte gut zu Fuß sein - oder gleich mit dem E-Mobil kommen. Über 2,5 Kilometer lang ist ein Gang durch alle Regale - das alleine ist schon sportlich. Mit seinem dritten Markt in Dresden knackt der Bayer Peter Simmel in Bannewitz erneut einige Rekorde im Dresdner Marktgeschehen. Mit 4.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist er der größte der drei Simmel-Märkte in Dresden (neben Wiener- und Albertplatz) und der zweitgrößte von 24 Simmel-Märkten in Bayern, Thüringen und Sachsen. Nur der Markt in Pullach hat knappe 200 Quadratmeter mehr.

Dafür stehen in Sachsen 19 der 24 Märkte. "Weil in Bayern kein Platz mehr für Märkte ist", wie Peter Simmel erklärt verschmitzt. In Bannewitz soll es laut Marktanalyse funktionieren, schließlich strahlt der Markt bis nach Tschechien, in die Sächsische Schweiz und ganz Dresden aus. Dafür hat Peter Simmel lange auf die Chance gewartet, bis Real den Markt an ihn verkauft hat. Einmieten wollte er sich nicht. 50 frühere Real-Mitarbeiter hat Simmel übernommen, 60 Beschäftigte sind es nun insgesamt, 10 bis 15 Azubis wünscht sich Peter Simmel 2023. Dank Lohnkostenprämie und Ergebnisprämie für die Mitarbeiter könnte das sogar klappen. Fluktuation habe er jedenfalls kaum, so Peter Simmel.

 

Was ist drin auf 4.000 Quadratmetern?

Genau 72.357 Artikel, davon ist jedes sechste Produkt bio oder vegan. Aufgereiht in 745 Regalmetern Trockensortiment, 70 Meter Obst und Gemüse, 103 Metern Milchprodukte und Wurst, 78 Metern Tiefkühltheke, 24 Metern Bedientheke mit 38 Regalmetern nur für Bio-Produkte sowie 1.000 Quadratmeter für Biere und Säfte. Über 200 regionale Zulieferer sorgen für kurze Wege, Frische und Arbeitsplätze - Knoblauchgewürze aus Königswartha, Eier vom Großenhainer Geflügelhof, Käse aus einer Privatkäserei in Rabenau und Altenberger Liköre.

Neuster Coup: Simmel hat bei Jan Gumpert von der Genießergenossenschaft in Naundorf bei Rochlitz die ersten 600 Schweine eingestallt, die ohne Antibiotika und mit Freilauf aufgezogen werden. Mit Leinsaaten gefüttert, soll das Fleisch besonders Omega3-haltig sein. Im Juni nächsten Jahres soll es in den Simmel-Märkten angeboten werden - konventionell gehaltene Schweine werden seit drei Jahren nicht mehr bezogen.

So viele Fakten und Zahlen muss der Kunde erst einmal verdauen - doch bevor sie am 7. Dezember ab 9 Uhr zünftig mit bayerischer Blasmusik im Einkaufsmarkt empfangen werden, wurden auch jede Menge Rekorde hinter den Kulissen aufgestellt. 35 Millionen hatte sich Peter Simmel als Investgröße vorgenommen - und ist im Plan geblieben, so Simmel. 50.000 Meter Kabel wurden verlegt, 1.500 Meter Wasserleitung, 1.000 Meter Lüftungsrohre, 11.000 Quadratmeter Trockenbauplatten und 10.000 Quadratmeter Fliesen. Die Regale und Kühlmöbel wurden von über 50 Sattelschleppern angeliefert - für Erstausstattung mit Waren rollten über 100 Sattelschlepper vor. Und weil alles tatsächlich in nur sieben Monaten fertig geworden ist, hat der Bannewitzer Bürgermeister Heiko Wersig natürlich auch ein besonderes Geschenk zur Eröffnung parat: ein neues Bus-Wartehäuschen für die Linie 351. Haltestelle "Simmel".

Weitere Infos auch unter: www.simmel.de


Meistgelesen