Carola Pönisch

Neues Festival: Viavoco, eure Stimme!

Mitten in der Pandemie und den vielen coronabedingten Absagen ist das eine wirklich gute Nachricht: Im Sommer 2021 soll Dresden ein neues »Festival für Demokratie, Kultur & Lebensfreude« bekommen. Initiator ist das Team des Palais Sommer Dresden.
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Die Macher des neuen Festivals: Annika Becher, Michael Clauß, Laura Hoyer, Jörg Polenz und Katharina Härtel (v.l.). Foto: Pönisch

Die Macher des neuen Festivals: Annika Becher, Michael Clauß, Laura Hoyer, Jörg Polenz und Katharina Härtel (v.l.). Foto: Pönisch

Eine Kulturveranstaltung planen? Und dann gleich ein ganzes Festival-Wochenende? Klingt ziemlich verrückt und zugleich ziemlich mutig. Doch genau so soll es kommen, denn Jörg Polenz und sein Team sind ziemlich zuversichtlich, dass sie dieses neue Festival vom 27. bis 29. August in der Flutrinne im Messeareal auf die Beine stellen können. Was bitte heißt denn »Viavoco« eigentlich? Das Wort ist Esperanto und bedeutet »Eure Stimme«. Doch »Viavoco« ist keine Castingshow für  Chöre, obwohl es sicher auch Gelegenheit zum (Mit)Singen geben wird. »Mit dem neuen Festival wollen wir zwei Dinge verbinden: Eine Art ‚kleines Woodstock‘ für Dresden auf die Beine stellen –  darüber denken wir übrigens schon lange nach – und andererseits ein Format schaffen, wo aus verschiedensten Denkanstößen heraus Petitionen erwachsen, die wir auf Landes- und Bundesebene stellen können«, erklärt Jörg Polenz. Quasi Demokratie von der Straße in die Parlamente bringen – ein dickes Brett, das da gebohrt werden soll, aber das sind die Macher des Palais Sommer ja seit Jahren gewohnt. Woher kommt die Idee? Und was kostet das? Die Vorlage für »Viavoco« lieferte eine Berliner Petitionsinitiative, die im Juni diesen Jahres im Olympiastation ein ähnliches Format geplant hatte, es aber coronabedingt absagen musste. Finanziert wurde dieses Format damals über Crowdfunding und Ticketvorverkäufe. »Die Berliner hatten ihre Veranstaltung mit 1,8 Millionen Euro geplant, am Ene kamen 2,1 Millionen zusammen«, sagt Polenz. Für ihn ein Zeichen, dass dieses neue Format auch hier klappen könnte. Und so will auch er über Crowdfunding, Ticketverkauf, Spenden und Gastronomie-Erlöse 1,5 Millionen zusammenbekommen. Was wird geboten? 20 namhafte Bands, zehn Speaker, 15 Schriftsteller sowie 15 bekannte PoetrySlammer und Schauspieler werden da sein. Außerdem sind zehn Workshops geplant, wo über die wichtigsten Fragen unserer Zeit wie Umwelt, soziale Ungleichheit, Wirtschaft, Bildung, Frieden und Demokratie gesprochen wird. Die Petitionen dazu werden im Vorfeld öffentlich erarbeitet. Die Besucher sollen übrigens aus ganz Deutschland anreisen, mindestens 50.000 werden erwartet. »Das reicht locker, für Petitionen auf Landes- und Bundesebene«, ist Polenz optimistisch. Wichtig zu wissen:

  • Ticketpreis: Gesamtfestival über drei Tage 55 Euro/erm. 45 Euro, Tageskarte 35 Euro/erm. 25 Euro
  • Für jedes verkaufte Ticket wird ein kostenloses »Wir-Ticket« generiert. Diese Gratis-Tickets werden karitativen Einrichtungen zur Verfügung gestellt