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Birgit Branczeisz

Moritzburg hat es geschafft!

Moritzburg. Eine neue Rettungswache, neue Räume für die Schule und ein neues Feuerwehrhaus - das feiert man nicht oft an einem Tag.

"Moritzburg macht ja gern mal etwas anders", sagte Bürgermeister Jörg Hänisch und so wurde das Band für eines der größten und wichtigsten Bauvorhaben gleich zu Beginn durchgeschnitten. Bei leichtem Dauerregen war voller Einsatz gefragt - von den Zabeltitzer Spielleuten, von den Offiziellen, Gästen und der historischen Abteilung der Feuerwehr. Ein neues Feuerwehrgerätehaus, Grundschulerweiterung und neue Rettungswache - wann fällt das schon einmal in einer Kommune zusammen. Für Bürgermeister Hänisch ein Meilenstein, auch ein persönlicher in seiner Amtszeit. Hänischs Worte sprachen für sich: "Ich war gestern Abend auf dem leeren Vorplatz unserer neuen Moritzburger Feuergerätehauses, gemeinsam mit Thomas Hoppe, Christian Lehmann und Sören Pötschke. Und alle vier konnten wir nur sagen, es ist ein herrliches Gefühl!"

Lange Suche nach dem richtigen Standort

Bereits zu den Zeiten der Olympiabewerbung der Stadt Leipzig, bei der Moritzburg als Standort der Reiterdisziplinen vorgesehen war, wurde damals auch für die Feuerwehr als Sicherheitsfaktor, eine umfassende Standortstudie erstellt. Schon damals war der Platz der ehemaligen Moritzburger Oberschule im Gespräch. Als geeignetster Standort erschien bislang jedoch die Wiese am Ortseingang vor dem Bürger- und Vereinshaus Lindengarten. Recht schnell kam mit dem ehemaligen Kreisbrandmeister Ingo Nestler und dem ehemaligen Leiter des Brand- und Katastrophenschutzamtes Frank Oßwald der Gedanke auf, die Moritzburger Rettungswache gleich mit zu integrieren. Und auch die dritte Sicherheitskomponente, der Moritzburger Bürgerpolizeiposten, war im Gespräch. Am Ende befürwortete eine große Mehrheit des Gemeinderates das Grundstück der alten Moritzburger Mittelschule. Es folgten Ausschreibungen und ein Architektur-und Gestaltungswettbewerb, begleitet vom Dresdner Unternehmen KEM. Zu dieser Zeit hatte Bauamtsleiterin Birgit Hohmann die Zügel des Verfahrens fest in ihren Händen.

Am Ende ein Vorhaben von gut 9 Millionen Euro

Nachdem ein erfahrenes Büro beauftragt war, folgten die nächsten Schritte. "Ich erinnere mich noch gut an eine Fahrt nach Leipzig, zum Sitz des Planungsbüros. Meine Idee im ersten Obergeschoss gleich noch die Grundschulerweiterung mit einem größeren Versammlungsraum einzubinden, stieß auf offene Ohren", erzählt Hänisch. Der Abriss der alten Mittelschule folgte und zu dieser Zeit auch die Übergabe des Staffelstabes von Frau Hohmann an die neue Amtsleiterin Susan Lehmann. Mit dem Landkreis Meißen, der inhaltlich und finanziell für die Rettungswache verantwortlich ist, hat die Gemeinde mit Fördermitteln des Freistaates für Schulbau in Höhe von reichlich 400.000 Euro und für den Feuerwehrhausbau in Höhe von 1,8 Millionen ein Großprojekt verwirklicht, was letztlich eine Investition von über 9 Millionen bedeutet. Weit über die Hälfte dieser Summe hat die Gemeinde aus eigenen kommunalen Mitteln aufgebracht.

Neben den Kameraden der Moritzburger Feuerwehr werden nun die Johanniter die Rettungswache beziehen. Landrat Ralf Hänsel erhofft sich neben den Synergien bei Bau und Haustechnik ein weiteres Zusammenwachsen der Blaulichtfamilie. In der Grundschule weckt der neue Nachbar sicher Interesse für die Feuerwehr oder den Rettungsdienst. Erst recht, wenn beides in den Sachunterricht oder in GTA-Angebote eingebunden wird.


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