Carola Pönisch

Medibus gegen Ärztemangel auf dem Land

Neues Bündnis "Wir versorgen Sachsen" gegründet: Im Kern geht es um die Frage, wie die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum künftig gesichert werden kann. Eine Antwort darauf ist der Medibus, eine kleine, über Land rollende Allgemeinarzt-Praxis.
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 Wenn Patienten nicht mehr zum Arzt kommen, dann muss der Arzt eben zu den Patienten kommen. Am besten gleich mit einer rollenden Praxis. Klingt einfach und logisch, ist es natürlich nicht. Aber immerhin: Sachsen ist auf einem guten Weg, dass diese Vision umgesetzt wird. Wenn auch nicht vor 2020. Rollende Praxis mit Arzt und Telemedizin an Bord Der 12,7 Meter lange weiße Bus, der später mit einem Allgemeinmediziner besetzt sein soll, ist derzeit als Impfbus in Sachsen unterwegs. Schon im kommenden Jahr könnte er jedoch als »Hausarzt auf Rädern« dort anrollen, wo es eben keine Hausärzte und damit keine medizinische Versorgung mehr gibt. An unterversorgten Gebieten mangelt es nicht mehr, denn im Freistaat ist das Thema Ärztemangel längst Realität (siehe Infokasten). »Der Medibus wird dann in zwei Modellregionen getestet, in Weißwasser und Marienberg. Allerdings ist das vorerst nur eine Idee, wir müssen dafür noch ein vertieftes Konzept erarbeiten«, sagt Sachsens Gesundheitsministerin Barbara Klepsch. Fest steht allerdings bereits, wer den Bus ausstattet und vermietet: Die Firma BEX (Bayern Express & P Kühn mit Sitz in Berlin, ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Bereits vier solcher Busse hat das Unternehmen schon im Einsatz, drei sollen demnächst folgen, darunter einer als Zahnarztbus. Bündnis gegen Ärztemangel Der Medibus ist nur ein Baustein auf dem Weg der Absicherung der medizinischen Betreuung. Sachsens Sozialministerin hat dafür ein Bündnis gegründet mit Landesärztekammer, AKO Plus, KV Sachsen und Krankenhausgesellschaft Sachsen. Dieses Bündnis fordert unter anderem 100 zusätzliche Medizinstudienplätze pro Jahr in Sachsen, eine angemessene Vergütung von angehenden Ärzten im Praktischen Jahr, eine höhere Aufwandsentschädigung für niedergelassene Ärzte im ländlichen Raum, wenn sie junge Ärzte ausbilden und schließlich die Festschreibung einer Landarztquote schon bei der Medizinausbildung. Diese Quote ist nicht nur, sie war von der sächsischen SPD bei der Regierungsbildung 2014 jedoch abgelehnt worden.