André Schramm

Karl-May-Fest mal anders

Nach der Zwangspause im letzten Jahr kehren die Karl-May-Festtage zurück, allerdings anders als gewohnt. Dieses Mal hat die ganze Stadt was davon. Der Eintritt ist frei.
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Ganove Locci (Franz Lasch, links im Bild) und die Romanfigur Kara Ben Nemsi (Roland Wichmann) freuen sich auf das Wochenende am 10. und 11. Juli. Foto: Schramm

Ganove Locci (Franz Lasch, links im Bild) und die Romanfigur Kara Ben Nemsi (Roland Wichmann) freuen sich auf das Wochenende am 10. und 11. Juli. Foto: Schramm

Traditionell wird der Radebeuler Lößnitzgrund jedes Jahr nach Himmelfahrt zum Anlaufpunkt für große und kleine Indianerfans. So war es jedenfalls vor Corona. Schon im letzten Jahr fiel das Wild-West-Treiben der Pandemie zum Opfer. Die Prognosen für dieses Jahr sahen ebenfalls nicht gut aus. "Ein klassisches Karl-May-Fest im Mai war undenkbar. Allerdings wollten wir die schöne Tradition nicht länger unterbrechen", erzählt Oberbürgermeister Bert Wendsche. Es ging vor allem darum, Ansammlungen von mehreren tausend Besuchern zu vermeiden. Also raus aus dem Lößnitzgrund, rein in die Stadt – ganz nach dem Motto "Abseits des Pfades". Karl May hätte das bestimmt gefallen. Fünf Hotspots Insgesamt werden am 10. und 11. Juli fünf Veranstaltungsorte bespielt. So ist beispielsweise in der Wahnsdorfer Prärie eine spektakuläre Pferdestuntshow zu erleben. Außerdem, so hieß es, sollte man auf der Wiese am Pfeifferweg mit den Ganoven Big Eddy und Locci rechnen. Den musikalischen Part übernehmen die "Fünf Patronenhülsen". Ganz anders am Kulturbahnhof in Radebeul Ost. Hier spielt die Theaterfirma Erfurt mit der schrägen Inszenierung "Winnetou - Blutsbrüder des Baumarkts" auf. Dazu gibts Country und Westerntanz. Wer will, kann sich bei den Eastside Linedancern einreihen. Außerdem bringt der Santa-Fee-Express Abenteuerlustige vom Bahnhof in den Lößnitzgrund zum Goldschürfen und auf den Indianerspielplatz.    Zwischen Karl-May-Museum und Karl-May-Hain will an dem Wochenende der mobile Bauchladen-Puppenspieler Thomas Szymanski die Kinder unterhalten. Außerdem wird das Maysche Orientzelt aufgebaut. Stadtführungen zu May, indianische Tänze und Geschichten sowie Westernschießen stehen ebenfalls auf dem Plan. Der neue Spielplatz im Museumsareal soll bis dahin fertig sein. Übrigens: Auch auf den Eintritt ins Museum wird verzichtet. Am anderen Ende der Stadt – auf der Streuobstwiese Kötzschenbroda – warten orientalische Tänze, Geschichten und Lieder auf Besucher. Von der Band "Sitar Beat" gibt´s elektronisch-indische Breakbeats auf die Ohren. Wie es nächstes Jahr mit dem Karl-May-Fest weitergeht, will man nach dem Wochenende klären. "Möglicherweise liefert uns die diesjährige Ausgabe auch neue Impulse", sagt der künstlerische Leiter Helmut Raeder. Zum Programm.