André Schramm

Karl-May-Fest: Der Wilde Westen im Osten

Seit 24 Jahren ist das Karl-May-Fest ein fester Termin im Radebeuler Veranstaltungskalender und lockt regelmäßig bis zu 30.000 Gäste in den Lößnitzgrund, immer öfter auch waschechte Indianer.
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Zwischen Old Shatterhand (links) und Karl-May (rechts) hat sich Kara Ben Nemsi, eine orientalische Romanfigur Mays, positioniert.  Foto: Schramm

Zwischen Old Shatterhand (links) und Karl-May (rechts) hat sich Kara Ben Nemsi, eine orientalische Romanfigur Mays, positioniert. Foto: Schramm

Schauspieler Jürgen Haase ist ein Mann der ersten Stunde, hat jedes Karl-May-Fest miterlebt – damals als Winnetou, heute als Old Shatterhand. In 24 Jahren sind viele Begebenheiten hängen geblieben, wie die ziemlich lustige Geschichte mit einem Gaul, der beim Finale der Sternreiterparade mitten auf der Meißner Straße eine Stute decken wollte – wohlgemerkt vor tausenden Besucheraugen. „Ein junges Mädchen schritt beherzt dazwischen“, erinnert sich Haase. Nix passiert also. Rekord liegt bei 1.320 Kilometern Den Sternenritt gibt es heute immer noch. Bis zu 200 Reiter machen sich auf den Weg nach Radebeul, viele von ihnen über hunderte Kilometer, nur um dabei zu sein. Manch einer dachte schon, dass Indianer und Cowboys in die Jahre gekommen sind. „Iwo“, sagt Manuel Schöbel, Intendant der Landesbühnen Sachsen. Genau mit diesem Thema hat das Ensemble letzte Saison in Rathen ein Traumergebnis eingefahren. Im Lößnitzgrund gibt es am zweiten Maiwochenende (6. bis 8. Mai) erste Kostproben – noch vorm offiziellen Saisonstart im Elbsandsteingebirge.   Austausch der Kulturen „Das Fest an sich hat sich die letzten Jahre allerdings schon verändert“, findet Cornelia Bielig, zuständig für die Feste und Märkte in Radebeul. „Der Austausch der Kulturen ist immer mehr in den Mittelpunkt gerückt“, sagt sie. Man hat sich schon mit Indianern am Lagerfeuer über den Umgang mit sterblichen Überresten ausgetauscht und pflegt auch sonst einen engen Kontakt, z.B. mit dem Stamm der Oneidas.  Deren oberster Repräsentant Ray Halbritter übernahm dieses Jahr (wieder) die Schirmherrschaft, zusammen dem wohl bekanntesten Ossi-Indianer Gojko Mitic (Autogrammstunde am Samstag, 15.30 Uhr). Volles Programm Ansonsten können sich die Besucher auf Zugüberfälle, Duelle in der Westernstadt „Little Tombstone“, Musik mit „The Firebirds“ (Freitagabend) und Tom Astor (Sonntag), Geschichten, Märchen und Legenden freuen. Kleine Entdecker sind besonders beim Goldschürfen am Lößnitz-River gefragt.  Übrigens: Zur Sternreiterparade am Sonntagmittag bekommt der Reiter, der den weitesten Weg auf sich genommen hat, die Friedenspfeife überreicht – höchstpersönlich von Gojko Mitic und Jürgen Haase, dem Cowboy, der mal Indianer war. Eintritt (Tageskasse): 9 Euro (Samstag); 7 Euro (Sonntag). Freitag: Eintritt frei!                  


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