Andre Schramm

In Dresden läuft's

Dresden gewinnt hauchdünn vor Leipzig beim ersten bundesweiten ADAC-Monitor „Mobil in der Stadt“. Ein Ruhekissen ist das nicht.
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Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (l.) bekam einen Blumenstrauß von Helmut Büschke, Vorstandsmitglied beim ADAC Sachsen, für den Spitzenplatz bei der bundesweiten Mobilitätsumfrage.                                       Foto: Jörn Wolf

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (l.) bekam einen Blumenstrauß von Helmut Büschke, Vorstandsmitglied beim ADAC Sachsen, für den Spitzenplatz bei der bundesweiten Mobilitätsumfrage. Foto: Jörn Wolf

 Die Missgunst im Westen gegenüber der Verkehrsinfrastruktur im Osten ist nicht neu. Nun hat der ADAC erstmals eine Studie in Auftrag gegeben, die Aufschluss darüber gibt, wie zufrieden die Verkehrsteilnehmer in den 15 größten deutschen Städten sind.  Unter dem Strich spiegelt die Expertise das Ost-West-Gefälle wider: Dresden belegte Platz 1, Leipzig wurde zweiter, Duisburg und Köln landeten im Keller. Vier Kategorien Neben Einwohnern wurden Einpendler und Besucher online befragt – mindestens 600 Personen pro Stadt. Im Mittelpunkt stand die Zufriedenheit der Fußgänger, Autofahrer, ÖPNV-Nutzer und  Radfahrer mit der Infrastruktur bzw. Angebot vor Ort. Mit einem Indexwert von 30 landete Dresden vor Leipzig (30) bundesweit ganz oben auf dem Siegertreppchen. Zum Vergleich:  Duisburgs Gesamt-Indexwert betrug 9, Kölns sogar bloß 8. Seit der Wende bedarfsgerecht investiert »Die guten Ergebnisse der beiden sächsischen Städte belegen, dass die umfangreichen Investitionen in die Infrastruktur seit der Wende nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch bedarfsgerecht waren«, sagte Helmut Büschke, Vorstandsmitglied für Verkehr und Technik des ADAC Sachsen e.V..
Unschlagbar war die sächsische Landeshauptstadt in Sachen ÖPNV. Von Pünktlichkeit über Taktung bis hin zur Haltestellendichte – bei 12 von 16 Fragen gab es die besten Bewertungen. Ebenso stellten die Fußgänger unserer Stadt das beste Zeugnis aus. Leipzig punktete hingegen mit seinen guten Radwegenetz (29). und der Zufriedenheit der Autofahrer (10). Hier galt es u.a., die Direktheit und den Zustand der Wege bzw. Straßen zu beurteilen. Radfahren: Dresden nur Mittelmaß Während die Autofahrer in Dresden (Platz 3 in dieser Kategorie) mal abgesehen von der Höhe der Parkgebühren und dem Straßenzustand kaum etwas zu meckern hatten, schnitt das Thema Radfahren nur mittelmäßig ab (Platz 5). Vor allem beim Radwegenetz, der Breite der Wege und der Ausschilderung ist noch viel Luft bis zu den Spitzenreitern (Leipzig und Hannover).
»Wir haben ein Radverkehrskonzept auf den Weg gebracht und sind dabei, sieben neue Planerstellen zu besetzen«, sagte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain. Seiner Ansicht nach müsse es künftig darum gehen, allen Verkehrsteilnehmern den bestmöglichen Raum zu bieten. Allerdings ist das auch eine Frage des Geldes. »Gerade für Straßen und Gehwege stehen erfahrungsgemäß weniger Mittel zur Verfügung als benötigt«, so der Baubürgermeister weiter. Verhaltenskonflikte Interessantes Detail der Umfrage: Die schlechte Meinung über das Verhalten der jeweils anders »motorisierten« Mitmenschen. Fußgänger haben ihre Probleme mit Radfahrern. Die wiederum meckern über Autofahrer und anders herum. Selbst untereinander haben die Radler Knatsch.  Kein Dresdner Phänomen, sondern ein bundesweites.


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