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Ich will mehr als nur ein Mitläufer sein

Dresden. Interview der Woche mit DSC-Hindernis-Meister Karl Bebendorf

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Karl Bebendorf

Karl Bebendorf

Foto: PR

Nach dem erfüllten Olympia-Traum von Tokio geht der dreifache Deutsche Meister über 3.000 Meter Hindernis, DSC-Athlet Karl Bebendorf, in diesem Jahr die nächsten Ziele an. Wie sehen die aus?

Im August steht die Heim-EM in München an. Die Norm dafür habe ich schon gepackt, muss nun nur noch bei der DM unter die ersten Drei kommen. Schwieriger sieht es für die WM in den USA im Juli aus.

 

Wegen der härteren Normzeit?

Genau, die liegt bei 8:22 Minuten, die der Weltverband fordert. Meine Bestzeit, aufgestellt im Vorjahr, steht bei 8:23,28 Minuten. Vorige Woche bin ich bei einem Meeting in Ostrava 8:28,14 Minuten gelaufen – da ist also noch ein ganzes Stück zu tun.

 

Mehr als sechs Sekunden – ist das überhaupt machbar?

Ja, denn man muss bedenken, dass ich da aus einem Höhentrainingslager gekommen bin, sich der Körper erst umstellen muss. Am Mittwoch starte ich bei einem Wettkampf in Norwegen, da sollte ich schon nahe an meiner Bestform sein.

 

Bei Olympia sind Sie dank eines Rankings ins Starterfeld gekommen, obwohl Sie da die Normzeit nicht gepackt hatten. Gibt es diese Möglichkeit für die WM erneut?

Klar, doch das möchte ich vermeiden. Zum einen hatte ich vor Tokio so viele Starts, um genügend Punkte für das Ranking zu holen und war dann bei den Spielen völlig ausgelaugt. Das möchte ich nicht noch mal erleben. Außerdem steht die Normzeit ja nicht umsonst: Wer die nicht erfüllt, hat bei der WM keine Chance. Doch ich will ins Finale und mehr als nur ein Mitläufer sein, der nach dem Vorlauf rausfliegt.

 

Wollen Sie dafür in Zukunft etwas anders machen?

Ich habe seit 2019 quasi keinen Wettkampf ausgelassen, weder eine längere Pause noch Urlaub gemacht. Doch der Körper braucht das. Ich werde mir also nach der Saison mal eine vierteljährige Auszeit nehmen, bei meinem Arbeitgeber, der Bundeswehr, einige Lehrgänge absolvieren. Im vorigen Winter wurde ich beispielsweise Deutscher Hallen-Vizemeister über 800 Meter, was zwar schön für die Vita und das Ego ist, aber für meine eigentliche Disziplin völlig nutzlos war.