Carola Pönisch

Großbaustelle Arnholdbad

Seit April 2016 erweitert die Bäder GmbH das Erlebnisbad um eine Saunalandschaft. WochenKurier sah sich vor Ort um.
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Wüsste man es nicht besser könnte man denken, das gesamte Bad wird neu gebaut. Nur der Außenbereich zeigt sich – bis auf kleinere Stellen, an denen ausgebessert und erneuert wird – wie bisher. Alle anderen Bereiche – überdachtes Spaßbad, zentraler Eingang, neuer Umkleidebereich und Saunatrakt – werden saniert (Spaßbad), um- (Eingang) oder neu gebaut (Sauna). Vor allem Fließenleger und Trockenbauer haben auf der Baustelle gerade das Sagen. So fließen sie ab kommender Woche zum Beispiel das große Entree, in dem sich später der zentrale Kassenbereich befindet. Auch in den Umkleidekabinen kommen in Kürze Fliesen an Wände und Böden. Im neuen Saunabereich wird es verschiedene Saunen (Kaffee-, Soft- Dampf- und Aufgusssauna) für bis zu 100 Besucher geben, dazu ein offenes Tauchbecken unter freiem Himmel. Auch hier sind die Rohbauarbeiten beendet, geht es nun zügig an den Innenausbau. Auch zwei Gastrobereiche entstehen neu. Das Erlebnisbad, also der glasüberdachte Spaßbereich, wird durch das Versetzen einer Außenfassade im Bereich der Ruheliegen etwas größer  und insgesamt  barrierefrei. Deshalb sind Bauleute auch im Hallenbad zu Gange, das insgesamt seine Form und seine Edelstahlbecken behält, aber künftig ohne Stufen und damit behindertengerecht ausgebaut wird. "Hier am Kinderbecker erwartete uns zudem noch eine Überraschung, die für Mehraufwand sorgt", so Bäder-Chef Matthias Waurick. Unter einer Metallröhre war der Beton weggefault, so dass hier tiefer in die Substanz eingegriffen werden musste. Verzögerung „Wir werden um den 21. Juli wieder öffnen können", so Bäderchef Matthias Waurick. „Der Saunabereich geht ab Herbst, voraussichtlich im Oktober, in Betrieb." Eigentlich sollte bereits im Frühjahr Eröffnung gefeiert werden, doch Waurick erinnert: "Wir hatten immerhin fünf Wochen richtig Winter. Da kam einiges zum Stillstand, denn alle Bauelemente, die verbaut werden, müssen mindestens fünf  Grad Temperatur haben. Das war nicht immer gegeben." Zudem seien Mehrarbeiten angefallen, die sich erst in der Bauphase offenbart hatten. "So mussten wir zum Beispiel im Bereich des Glasdachs einige Kältebrücken beseitigen." Was dazu führen soll, dass es im Bereich der Rutsche künftig nicht mehr so kühl sein soll.  Finanzielles Zu den Baukosten äußert sich Matthias Waurick nicht. Die 7,7 Millionen Euro, die von mehreren Tageszeitungen genannt worden seien, lässt er unkommentiert. Auch die Eintrittspreise stehen im Einzelnen noch nicht fest. Klar ist allerdings, dass es Kombi-, aber auch Einzelkarten zum Beispiel nur für Sauna oder Badebereich geben wird. Atrium Fertig saniert und äußerst farbenfroh zeigt sich das denkmalgeschützte Atrium. Es stammt noch aus der Entstehungszeit 1926. Das Atrium als Verbindung zwischen Außenbecken und Liegewiese  ist in kräftiges Pastellgrün gehalten, die historisch nachgebauten Türen sind ro-gelb gehalten. Auch der Brunnen blieb erhalten. An den Erbauer des Bades Georg Arnhold will Waurick gebührend erinnern. "Er wird eine schöne Tafel bekommen." Georg Arnhold wurde am 1. März 1859 in Dessau geboren. Nach einer Bank-Lehre stieg er bei seinem Bruder Max in dessen Bankhaus ein, 1881 wurde er Mitinhaber. Das Bankhaus Gebrüder Arnhold war bis zu ihrer Arisierung und Übernahme durch die Dresdner Bank 1935 eine der führenden  und Ehrensenator der TU Dresden. Das nach ihm benannte Georg-Arnhold-Bad finanzierte er zu drei Vierteln. In der Nazizeit emigrierte die gesamte Familie Arnhold aus Deutschland. Georg Arnhold starb am 25. November 1926 in  Innsbruck, sein Grab befindet sich heute auf dem Neuen Israelitischen Friedhof in Dresden.


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