André Schramm

Falsche Blutgruppe: Spender heimgeschickt

Ein Radebeuler fährt nach Coswig zum Blut spenden und wird wieder weggeschickt. Grund: seine Blutgruppe wird nicht benötigt.
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Ob eine Blutgruppe benötigt wird, hängt an vielen Faktoren. Mit AB positiv hat man als reiner Blutspender schlechte Karte. Anders sieht es bei der Plasmaspende aus. Foto: Archiv

Ob eine Blutgruppe benötigt wird, hängt an vielen Faktoren. Mit AB positiv hat man als reiner Blutspender schlechte Karte. Anders sieht es bei der Plasmaspende aus. Foto: Archiv

Noch auf dem Parkplatz des Altenpflegeheims „Am Spitzgrund“ schäumt der Mann über das, was wenige Minuten zuvor passiert ist. Er war extra aus Altkötzschenbroda nach Coswig zur Blutspende angereist und bekam dort die Auskunft, dass man seine Blutgruppe nicht brauche. Dabei hatte er sich vorher telefonisch informiert. Unverrichteter Dinge dampfte er wieder ab. Ein Einzelfall? Wie der Blutspende-Dienst „Haema“ auf Nachfrage mitteilte, habe man an diesem Tag insgesamt nur zwei Spender aufgrund ihrer Blutgruppe abgewiesen. „Die zurückgestellten Spender besitzen die Blutgruppe AB positiv. Damit gehören sie in Mitteleuropa zu einer Minderheit“, teilte Marion Junghans, Sprecherin des Blutspendedienstes mit. Lediglich vier Prozent der Deutschen besitzen diese Blutgruppe. Ähnlich verhält es sich auch bei der Blutgruppe B positiv. „Seltene Blutgruppen werden jedoch auch entsprechend seltener benötigt, da es weniger Menschen und damit auch Kranke und Verletzte mit dieser Blutgruppe gibt“, so Junghans weiter. Blut werde in der Regel blutgruppengleich transfundiert und ist nur eine sehr begrenzte Zeit haltbar. Nach Ablauf einer bestimmten Frist darf es nicht mehr an Patienten verabreicht und muss „verworfen“ werden.  „Daher sind wir als Blutspendedienst bestrebt, unser Depot optimal dem Bedarf anzupassen. Unser Ziel und ethischer Anspruch ist es, jede Blutspende auch wirklich medizinisch zu nutzen“, erklärt Junghans weiter.  Gerade wenn ein Vorrat an Blutkonserven bestimmter Blutgruppen ausreichend vorhanden ist, komme es daher hin und wieder vor, dass man Spender ablehnen müsse, heißt es weiter. Für Plasmaspenden gilt diese Beschränkung jedoch nicht. Allerdings ist diese nicht überall möglich.  Empfohlen wird, sich vorher zu erkundigen. Im aktuellen Fall hatte der Betroffene leider im falschen Spendezentrum angerufen und dort auch eine falsche Auskunft bekommen.  Die Haema-Termine in Coswig werden generell vom Team Dresden-Fetscherplatz betreut (und nicht vom Blutspendezentrum im WTC). „Wir können verstehen, wenn Spender darüber enttäuscht sind. Wir können es jedoch nicht verantworten, wider besseren Wissens in diesem Fall eine Blutspende anzunehmen“, erklärt die Sprecherin abschließend.                             


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